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Mit dem Velo um die Schweiz«Die Gastfreundschaft der Schweizer hat mich total überwältigt»

Weil er nicht ins Ausland konnte, umrundete Mischa Hofer (20) mit dem Velo die Schweiz. Schlaf- und Essmöglichkeiten waren wegen Corona rar, dafür konnte er sich auf die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung verlassen.

Seine Erlebnisse hielt der Velofahrer mit seiner Kamera fest. (siehe unten)

Video: 20 Minuten mit Material von Mischa Hofer

Darum gehts

  • Obwohl es draussen bereits kälter und dunkler wurde, begab sich der Berner Mischa Hofer auf eine Velotour um die Schweiz.

  • Nebst dem Fahrrad war auch seine Kamera mit dabei, mit welcher er die 22-tägige Reise dokumentierte.

  • Damit entstand ein kurzer Dokumentarfilm für seinen YouTube-Channel.

Auf seiner 22-tägigen Veloreise rund um die Schweiz wurde der Berner Mischa Hofer schon früh auf die Probe gestellt. Nebst viel Regen und unzähligen Höhenmetern erwartete den 20-Jährigen schon nach wenigen Tagen eine nasse Überraschung: «Eines Morgens erwachte ich in einer riesigen Pfütze», sagt Mischa Hofer. Sein altes Zelt, in welchem er eigentlich hätte täglich übernachten wollen, war undicht und kaputt – und landete darum im Abfall.

Von da an war der Jugendliche voll und ganz auf die Solidarität seiner Mitmenschen angewiesen. «Ich musste ständig nach Übernachtungsmöglichkeiten suchen und wusste oftmals bis am Abend nicht, wo ich schlussendlich schlafen kann.»

Heute auf der Strasse schlafen?

Da wurde es manchmal auch brenzlig: «Eines Abends fand ich tatsächlich keinen Platz zum Schlafen», so Hofer. Es habe geregnet und sei eiskalt gewesen. «Ich dachte: Jetzt muss ich auf der Strasse schlafen.» Dann habe er jedoch ein Hotel entdeckt. «Voller Hoffnung fragte ich nach einem Zimmer, doch sie waren bereits ausgebucht», so Hofer.

Doch der Seeländer liess sich nicht entmutigen: «Die Hotelangestellte hatte glaube ich sehr Mitleid mit mir», sagt er lachend. Mit ihrer Hilfe geriet er schliesslich an ein älteres Ehepaar und bat dieses um einen Schlafplatz. «Sie holten mich sofort ab und liessen mich dann bei ihnen essen und übernachten.» Er habe viele solche Erlebnisse erfahren dürfen: «Die Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft der Schweizerinnen und Schweizer ist überwältigend.»

Kampf im Tunnel

Nicht nur die Nächte waren actionreich – auch tagsüber wurde der Berner immer wieder vor Herausforderungen gestellt. So beispielsweise bei der Überquerung der Alpen: «Zweimal musste ich auf über 2000 Meter über Meer fahren. Das war sehr cool aber auch kräfteraubend», so der junge Mann, der im Moment den Militärdienst absolviert.

Den grössten Stressmoment erlebte er auf dem Rückweg von der italienischen Seite. Aufgrund fehlender Alternativen habe er trotz Velo-Fahrverbot durch einen Autotunnel fahren müssen: «Dort war es so eng, dass die Lastwagen kaum Platz zum Überholen hatten – ich dachte, ich werde jeden Moment überfahren.» Der Tunnel sei ihm endlos vorgekommen. «Aufgrund der ganzen Abgase konnte ich zudem kaum atmen. Ich fuhr von Notausstieg zu Notausstieg, um kurz zu verschnaufen.»

10-minütiges Abenteuer

Doch genau solche Momente liessen ihn die schönen Augenblicke umso mehr schätzen, so Hofer. «Die Reise war eine sehr bereichernde Erfahrung.» Er würde sich jederzeit wieder auf das Abenteuer einlassen.

Kaum war er im November zu Hause angekommen, setzt er sich gleich an die Bearbeitung des gesamten Videomaterials, das er während seiner Reise aufgenommen hatte. Das Endresultat – ein 10-minütiger Kurzfilm – stellte er nun vor wenigen Tagen auf YouTube. «Der Clip soll nicht nur zeigen, was ich erlebt habe, sondern junge Leute dazu inspirieren, auch während der Coronazeit aktiv und kreativ zu bleiben.»

(lah)

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12 Kommentare
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Fragenweiler

11.01.2021, 08:48

Ist der Bueb nun 20 oder 22 jährig?

Stefan G.

11.01.2021, 08:48

Solche Dinge habe ich während meiner Lehrzeit auch gemacht. Da ich keine velobegeisterten Freunde hatte leider immer alleine. Auch ich umrundete mal in 5 Tagen die Schweiz vom Bodensee her. Geschlafen wurde im Zelt. Im Goms (oberwallis) ging mir dann das Geld aus und ich strampelte mit Zelt und Kochtöpfen belanden in einem Tag nach Hause an den Bodensee. ein anderes Mal ging mir in Sta. Maria Münstertal das Geld aus :) Bin immer nach Hause gekommen wenn auch fast auf allen Vieren. Und ja.. in Tunnels zu fahren ist der blanke Horror.

Heinerli

11.01.2021, 08:37

Der arme wurde gezwungen durch einen für Radfahrer gesperrten Tunnel zu fahren. Wahrscheinlich muss er auch immer bei rot fahren, mein Mitleid hat er!