Party in Winterthur eskaliert: «Die Gastgeberin rechnete nur mit 50 Leuten»
Aktualisiert

Party in Winterthur eskaliert«Die Gastgeberin rechnete nur mit 50 Leuten»

In Winterthur ist eine Party wegen eines Instagram-Posts überbordet. Jetzt sprechen die Eltern der Gastgeberin.

von
jen

Wegen einer Party von Kantonsschülern musste die Polizei ausrücken. (Video: Leser-Reprter)

«Halb Winterthur war an dieser Party», sagt Lynn M.* (17). Sie spricht von jener Feier, die wegen eines öffentlichen Instagram-Posts aus dem Ruder gelaufen ist. 300 Leute sollen zu einer Privatparty erschienen sein.

Die Leute hätten auf der Strasse getanzt. «Es war wirklich sehr laut. Ich habe mich gefragt, wie lange es gehen würde, bis die Polizei anrückt», so die Jugendliche. Ein anderes Mädchen sagt: «Ich habe gehört, dass ein Jugendlicher ein Messer dabeigehabt und gesagt haben soll: ‹Ich steche euch ab.›» Es sei total eskaliert und habe Schlägereien gegeben. «Ich hatte Angst», sagt sie. Die Polizei bestätigt nur, dass es einen Einsatz gegeben habe.

«Die Gastgeberin hat mit rund 50 Leuten gerechnet»

Laut M. waren die Eltern der Gastgeberin während der Party nicht zu Hause. Sie hätten aber irgendwie Wind davon bekommen. «Ich habe gehört, dass sie etwa um 22 Uhr angerufen haben und wollten, dass alle Jugendlichen das Haus verlassen.» Das sei auch passiert. «Aber es feierten dann einfach alle draussen auf der Strasse weiter», so M.

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Die Gastgeberin erwartete 50 Leute.

Die Gastgeberin erwartete 50 Leute.

Leser-Reporterin
An ihre Party kamen laut Teilnehmerinnen rund 300 Leute.

An ihre Party kamen laut Teilnehmerinnen rund 300 Leute.

Leser-Reporterin
Die Privatparty sollte Ersatz für die Semesterparty sein.

Die Privatparty sollte Ersatz für die Semesterparty sein.

Screenshot Instagram

Um halb 12 sei die Polizei eingetroffen. «Sie kamen mit Kastenwagen und forderten alle auf, die Strasse zu verlassen», sagt M. «Die Gastgeberin hat sich das anders vorgestellt. Sie hat vor der Party mit rund 50 Leuten gerechnet.» Die Eltern der Gastgeberin seien um etwa 1 Uhr nach Hause zurückgekehrt.

Die Eltern sagen zu 20 Minuten: «Wir haben Kenntnis von der Party und stehen in Kontakt mit den Behörden.» Die Situation habe geregelt werden können. Ob die ausgeartete Party eine Nachspiel für die Tochter hat, möchten die Eltern nicht sagen. «Erziehung ist eine Privatsache zwischen uns Eltern und unser Tochter.» Fest steht: Bei einer Ruhestörung kann die Polizei eine Ordnungsbusse von 100 Franken ausstellen. Ob dies geschehen ist, sagen weder Eltern noch die Polizei. Den Polizeieinsatz muss der Steuerzahler berappen.

Steine und Flaschen geworfen

Im November 2018 ereignete sich ein ähnlicher Fall: Weil über hundert uneingeladene Gäste nicht an einer Privatparty im Zürcher Kreis 9 teilnehmen durften, kam es zu Ausschreitungen mit der Polizei.

«Es wurden Steine, Flaschen und alles Mögliche in Richtung der Polizisten geworfen – andere Jugendliche rannten davon», sagte ein Leser-Reporter zu 20 Minuten.

*Name der Redaktion bekannt

Lehrer sollen Party thematisieren

Die Schulleitung der Kantonsschule Im Lee ist über die eskalierte Party im Bilde. «Wir werden sicher die Klassenlehrer informieren und sie darauf hinweisen, das Ganze in den Klassen zu thematisieren», sagt Rektorin Rita Oberholzer. Ihr sei dabei wichtig, dass die Schülerin geschützt und nicht an den Pranger gestellt wird. «Ich habe das Gefühl, dass die betroffene Jugendliche ihre Lektion gelernt hat.»

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