Beizen schlampen bei Daten-Erfassung - «Die Gastronomen verstehen sich nicht als Polizisten»
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Beizen schlampen bei Daten-Erfassung«Die Gastronomen verstehen sich nicht als Polizisten»

Gastronomiebetriebe in Basel-Stadt halten sich laut dem Gesundheitsdepartement nicht immer an die obligatorische Erfassung der Gäste-Kontaktdaten. Bei wiederholten Mahnungen droht Gastronomiebetrieben eine Busse von bis zu 10’000 Franken.

von
Seline Bietenhard
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Das Gesundheitsdepartement Basel-Stadt erinnert Gastronomiebetriebe an die Wichtigkeit des Erfassens von Gäste-Kontaktdaten.

Das Gesundheitsdepartement Basel-Stadt erinnert Gastronomiebetriebe an die Wichtigkeit des Erfassens von Gäste-Kontaktdaten.

20min/Simon Glauser
Bei mehrfacher Nicht-Erfassung droht eine Busse von bis zu 10’000 Franken.

Bei mehrfacher Nicht-Erfassung droht eine Busse von bis zu 10’000 Franken.

20min/Michael Scherrer

Darum gehts

  • Nicht alle Restaurants haben in Basel-Stadt immer alle Gäste-Kontaktdaten erfasst.

  • Das Gesundheitsdepartement rügt im neusten Coronavirus-Bulletin die Gastronomen.

  • Bei mehrfacher Nicht-Erfassung droht eine Busse von 10’000 Franken.

Das Gesundheitsdepartement des Kantons Basel-Stadt rügt in seinem neusten Coronavirus-Bulletin die Gastronomen. Bei den letzten Kontrollen sei festgestellt worden, dass die Kontaktdatenerhebung der Gäste gar nicht oder fehlerhaft vorgenommen werde, heisst es in der Mitteilung. Gleichzeitig erinnert das Departement an die Wichtigkeit einer korrekten Erfassung. So könne in einem Ansteckungsfall das Contact Tracing möglichst rasch die anwesenden Personen ermitteln und kontaktieren.

Laut Anne Tschudin, Leiterin Kommunikation des Gesundheitsdepartements, gebe es täglich bis zu zwölf Kontrollen in den Restaurants. «Wir haben bisher neun Ermahnungen ausgesprochen, aber noch keine Busse», so Tschudin. Bei wiederholten Mahnungen könnte eine Busse bis zu 10‘000 Franken ausgesprochen werden. «Über die Höhe der Busse entscheidet die Staatsanwaltschaft», sagt Tschudin weiter.

Gemäss dem Gesundheitsdepartement sei es wichtig, dass alle Gäste an einem Tisch die vollständigen Angaben ausfüllen. Nur so könnten Ansteckungsquellen entdeckt und unterbrochen werden.

«Die Gastronomen wollen ihre Gäste nicht vergraulen»

Maurus Ebneter, Präsident des Wirteverbands Basel-Stadt, sagt, viele Gastronomen hätten Angst, ihre Gäste zu vergraulen. «Manche Kunden zeigen sich widerwillig, ihre Kontaktdaten anzugeben, obwohl sie darauf hingewiesen werden», sagt Ebneter. Die Gastronomen verstünden sich nicht als Polizisten. «Auf belebten Terrassen ist es schwierig, alle Kontaktdaten rechtzeitig zu erfassen, da es einen schnellen Gastwechsel gibt», so Ebneter. Es brauche noch mehr Aufklärung, damit alle Gäste und Gastronomen wissen, dass durch das Contact Tracing Ansteckungsketten unterbrochen werden könnten.

Der Wirteverband Basel-Stadt hat bereits Ende April an die richtige Erhebung von Kontaktdaten erinnert, mit einer Information auf seiner Webseite und einem E-Mail-Versand an die Mitglieder.

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