Aktualisiert 31.01.2019 11:13

Kapverdische Inseln 1/2

Die Geburtshelfer der Meeresschildkröten

Unterwegs mit einem Team, das sich dem Schutz der Urtiere auf den Kapverden verschrieben hat.

von
Laura Hüttenmoser, Sal
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Die Gesamtpopulation der Meeresschildkröten um die Kapverdischen Inseln wird auf 3000 geschätzt,  die zweitgrösste weltweit nach Florida. Von Ende Mai bis Ende September kommen die Weibchen zur Eiablage an die Sandstrände.

Die Gesamtpopulation der Meeresschildkröten um die Kapverdischen Inseln wird auf 3000 geschätzt, die zweitgrösste weltweit nach Florida. Von Ende Mai bis Ende September kommen die Weibchen zur Eiablage an die Sandstrände.

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Besonders faszinierend: Sie kehren nach etwa 20 Jahren im Ozean an den Ort zurück, an dem sie selbst einst geboren wurden.

Besonders faszinierend: Sie kehren nach etwa 20 Jahren im Ozean an den Ort zurück, an dem sie selbst einst geboren wurden.

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Diese Schildkröte hat jedoch kein genehmes Plätzchen gefunden ...

Diese Schildkröte hat jedoch kein genehmes Plätzchen gefunden ...

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Im Idealfall gelangt eine Meeresschildkröte im Alter von 15 bis 30 Jahren, wenn sie geschlechtsreif ist, zum Ort zurück, wo sie selbst geboren wurde. Am Strand buddelt sie eine etwa 60 cm tiefe Grube in den Sand und legt durchschnittlich 80 Eier, die aussehen und etwa so gross sind wie ein Pingpongball. Sie deckt das Nest mit Sand zu und verschwindet zurück im Meer, ohne zu wissen, was aus ihrem Nachwuchs wird. Nach etwa zwei Monaten schlüpfen die Babys und krabbeln hektisch zum Meer. Dabei orientieren sie sich am Mondlicht, das auf das Wasser scheint.

Nur eine von 1000 überlebt

Leider ist der Ideal- nicht der Normalfall. Es wird geschätzt, dass nur eine von 1000 Unechten Karettschildkröten, die häufigste Art auf den Kapverdischen Inseln, erwachsen wird. Zu vielen Gefahren sind sie vorher ausgesetzt. Viele Meeresschildkröten halten den Plastikabfall im Meer für Nahrung und verenden daran, oder sie fallen Schleppnetzen von Fischern zum Opfer. An den Stränden werden viele Gelege unabsichtlich gestört, zum Beispiel von Touristen mit Quads oder streunenden Hunden. Lichter einer Hotelanlage oder Stadt verwirren die jungen Tiere und sie laufen in die falsche Richtung. Noch immer werden sie zudem wegen ihres Fleisches gejagt. Sechs der sieben Arten von Meeresschildkröten gelten mittlerweile als stark gefährdet.

Die gute Nachricht ist: Das Bewusstsein wächst, auch grosse Player in der Tourismusindustrie wie TUI haben sich dem Schutz der Tiere verschrieben: Im Rahmen des «Turtle Aid»-Programms arbeitet die TUI Care Foundation mit lokalen Organisationen zusammen. Partner auf der Insel Sal, der touristischsten der Kapverden, ist das Project Biodiversity. Neun Vollzeitmitarbeitende und 75 Freiwillige kümmern sich hier zwischen Juni und Dezember um den Schutz der Schildkröten.

Auf Nachtpatrouille

Gemeinsam mit Albert und Shannon, zwei Mitarbeitenden von Project Biodiversity, gehen wir auf Patrouille am Strand. Es ist 21 Uhr, stockdunkel, die Sterne leuchten klar am Himmel – perfekte Bedingungen für Babyschildkröten. Die sind heute in der geschützten Brutstätte geschlüpft und streben nun Richtung Meer. Nachdem das Team sichergestellt hat, dass alle den Weg gefunden haben, gehen wir weiter.

Albert erkennt schon von weitem trotz Dunkelheit die Spuren einer Schildkröte im Sand. Wir warten, während er seine Vermutung überprüft. «Sie ist gerade dabei, ein Loch zu graben», berichtet er freudig, als er wieder zu uns stösst. Dabei dürfe sie auf keinen Fall gestört werden. Erst wenn die Schildkröte beginnt, Eier zu legen, können sich Beobachter nähern. Die Mutter ist dann in einer Art Trance und nimmt nicht wahr, was um sie herum geschieht.

Wo war Laura?

Reiseredaktorin Laura zeigt Aufnahmen von ihrem letzten Trip. Erkennst du, wo sie war?

Als es so weit ist, können wir diesen faszinierenden Vorgang hautnah beobachten. Man verfällt selbst in eine Art Hypnose, während eine Viertelstunde lang unentwegt Eier ins Nest fallen. Sie sind genug robust respektive weich, dass sie beim Aufschlag am Boden der Grube intakt bleiben. Als die Schildkröte fertig ist mit der Eiablage, entfernen wir uns einige Meter und sind ganz still, damit sie ungestört den Weg zurück ins Meer findet.

Touristen sensibilisieren

Albert notiert sich die Stelle und markiert das Nest. Am nächsten Tag wird sein Team die Eier zur geschützten Brutstätte verlegen, um die Überlebenschancen der Babys zu erhöhen. Am umzäunten Nestplatz werden sie bewacht, bis sie schlüpfen. Auch während der Nacht hält ein Freiwilliger Wache und schläft am Strand.

Um das Bewusstsein bei Touristen zu erhöhen, spricht das Team von Project Biodiversity jeden Tag um 17 Uhr am Strand bei Santa Maria über seine Arbeit und den Lebenszyklus der Schildkröten. Das Interesse der Strandbesucher ist immens, viele fragen, wie sie helfen können. Die Mitarbeiter schärfen ihren Zuhörern ein, dass die Reduktion von Plastikabfall ein wichtiger Schritt wäre. Das Projekt direkt unterstützen kann man mit der «Adoption» einer Babyschildkröte, einer symbolischen Geste für einen frei wählbaren Betrag. Der Spender darf dem Jungtier einen Namen geben und erhält ein E-Mail mit Foto, sobald es auf der Welt ist.

Der zweite Teil des Reiseberichts beschäftigt sich mit den Chancen und Herausforderungen, die der Tourismus auf den Kapverdischen Inseln mit sich bringt, und folgt morgen!

Diese Reise erfolgte auf Einladung der TUI Care Foundation. Die Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, in Destinationen auf der ganzen Welt Kinder und Jugendliche zu fördern, zum Schutz natürlicher Ressourcen beizutragen und die lokale Wertschöpfung zu unterstützen. Die Redaktion von 20 Minuten ist auch bei der Berichterstattung zu Pressereisen unabhängig und bestimmt den Inhalt eigenständig. Aus Transparenzgründen weisen wir ausdrücklich darauf hin, welche Organisation die Reise unterstützte.

Diese Reise erfolgte auf Einladung der TUI Care Foundation. Die Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, in Destinationen auf der ganzen Welt Kinder und Jugendliche zu fördern, zum Schutz natürlicher Ressourcen beizutragen und die lokale Wertschöpfung zu unterstützen. Die Redaktion von 20 Minuten ist auch bei der Berichterstattung zu Pressereisen unabhängig und bestimmt den Inhalt eigenständig. Aus Transparenzgründen weisen wir ausdrücklich darauf hin, welche Organisation die Reise unterstützte.

Diese Reise erfolgte auf Einladung der TUI Care Foundation. Die Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, in Destinationen auf der ganzen Welt Kinder und Jugendliche zu fördern, zum Schutz natürlicher Ressourcen beizutragen und die lokale Wertschöpfung zu unterstützen. Die Redaktion von 20 Minuten ist auch bei der Berichterstattung zu Pressereisen unabhängig und bestimmt den Inhalt eigenständig. Aus Transparenzgründen weisen wir ausdrücklich darauf hin, welche Organisation die Reise unterstützte.

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