Aktualisiert 04.02.2013 11:39

UBS-Ökonomen

Die Gefahr eines Immobilien-Crashs steigt

Keine Entwarnung für den Schweizer Wohnungsmarkt: Die Anzeichen für eine Immobilienblase haben sich im vierten Quartal 2012 erneut leicht verstärkt.

Die extrem günstigen Kredite verzerren das Kostenverhältnis von Kauf und Miete.

Die extrem günstigen Kredite verzerren das Kostenverhältnis von Kauf und Miete.

Im dritten Quartal 2012 hatten die erstmals seit der Immobilienblase der 1990er-Jahre bei der Berechnung ihres Immobilienblasenindex das Überschreiten der Schwelle zur Risikozone (1,0 Punkte) festgestellt. Diese Entwicklung setzte sich im vierten Quartal fort. Der Immobilienblasenindex kletterte um 0,09 Indexpunkte auf neu 1,11.

Laut den UBS-Ökonomen bestätigt die Zunahme Ungleichgewichte auf dem Immobilienmarkt. Allerdings weise der Markt weiterhin keine eindeutigen Charakteristika einer Preisblase auf. Bei anhaltendem Trend allerdings würde der Index die Blasenzone (Indexwert grösser 2) Ende 2014 erreichen.

Verzerrtes Verhältnis von Kauf und Miete

Im vierten Quartal habe sich die Abhängigkeit des hohen Preisniveaus von den tiefen Finanzierungskosten weiter akzentuiert, heisst es weiter. Dies dürfte die künftige Marktentwicklung bestimmen. Erstens würden die extrem günstigen Kredite das Kostenverhältnis von Kauf und Miete verzerren, das mittlerweile deutlich über seinem langfristigen Gleichgewichtswert liege.

Zweitens liessen die tiefen Zinsen Immobilien in Relation zum Einkommen weiterhin als relativ günstig erscheinen - eine Fehlwahrnehmung, die vielen Haushalten nach Auffassung der UBS bei einer Zinserhöhung grosse Probleme bescheren dürfte.

Zürich und Genf mit Gefährdungspotential

Drittens stütze die Jagd nach Rendite das Interesse an Immobilien als Investitionsobjekte. Zwar könnte die jüngste Erholung an den Finanzmärkten und die abnehmende Suche der Anleger nach sicheren Häfen die Bergfahrt der Immobilienpreise im laufenden Quartal bremsen. Der Grossteil der Nachfrage komme jedoch aus dem Inland, so dass ohne einen deutlichen Anstieg der langfristigen Zinsen keine Trendwende zu erwarten sei, so die UBS-Ökonomen.

Die UBS zählt neu auch die Wirtschaftsregionen Appenzell Innerrhoden, Luzern und das Prättigau zu den Regionen mit erhöhtem Gefährdungspotenzial. Damit werde die nicht nachhaltige Preisentwicklung in vielen Tourismusregionen der Schweiz reflektiert. Die Regionen mit dem grössten Korrekturpotenzial sind weiterhin um die Wirtschaftszentren Zürich und Genf zu finden. (sda)

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