Die Geheimnisse des FCZ-Gegners Besiktas
Aktualisiert

Die Geheimnisse des FCZ-Gegners Besiktas

Besiktas Istanbul wird in der letzten Qualirunde zur Champions League sicher kein einfacher Prüfstein für den FC Zürich. 20minuten.ch stellt den türkischen Spitzenklub im Detail vor.

Der FC Zürich trägt das Heimspiel gegen Besiktas Istanbul am Mittwoch, 15. August, im Zürcher Hardturm aus und spielt am 28./29. August in Istanbul. Der Vorverkauf beginnt morgen Freitag.

Der 12-fache türkische Meister und siebenfache Cupsieger wird dieses Jahr von Saglam Ertugrul trainiert, der den Franzosen Jean Tigana abgelöst hat. Auch die Vorgänger hatten bekannte Namen: Vicente del Bosque, Christoph Daum, Nevio Scala. Die bekanntesten Spieler von Besiktas sind Nationaltorhüter Rüstü, der 23-fache brasilianische Nationalspieler Ricardinho und der neu verpflichtete französische Goalgetter Edouard Cissé. Ebenfalls neu im Kader steht der 26-fache chilenische Nationalspieler Rodrigo Tello, der von Sporting Lissabon in die Türkei wechselte und zuletzt an der Copa America negativ auffiel: Nach einem Trinkgelage vor dem Viertelfinal gegen Brasilien (1:6) wurde der 27-Jährige vom chilenischen Fussballverband für 20 Länderspiele gesperrt. Im Angriff ist ausserdem der letztjährige Topskorer der türkischen Superliga, der Brasilianer Bobo, zu beachten. Mit dem Argentinier Matias Delgado (ex-Basel) figuriert ein in der Schweiz bekannter Spielmacher im Kader der Türken, die letztmals in der Saison 2002/03 Meister wurden und die letztjährige Meisterschaft als Zweite beendeten. Der Regisseur hat sich auch in der Türkei bestens eingelebt und zieht die Fäden im Besiktas-Mittelfeld. Wie schon in Basel gilt es bei Delgado vor allem auch seine stehenden Bälle zu beachten, sprich möglichst keine Freistösse in Strafraumnähe zu provozieren. Die Offensive ist zweifellos das Prunkstück im Team von Besiktas. Mit dem neu von Fenerbahce verpflichteten Nationalgoalie Rüstü und den türkischen Internationalen Toraman und Uzulmez ist allerdings auch die Verteidigung stark besetzt. Ergänzt werden sie vom zweifachen deutschen Nationalspieler mit türkischen Wurzeln, Mustafa Dogan, und dem neu von St.-Etienne verpflichteten Kameruner Lamine Diatta.

In der zweiten Qualirunde zur Champions League setzte sich Besiktas gegen den moldawischen Meister Sheriff Tiraspol mit dem Gesamtskore von 4:0 durch. Die Tore für die Türken erzielten dabei Toraman, zweimal Bobo und Koray.

Porträt Besiktas Istanbul:

1903 gegründet, 12-facher türkischer Meister, letzte Saison hinter Fenerbahce Istanbul Zweiter. Besiktas spielt im 32'000 Zuschauer fassenden Inönü-Stadion. Die bekanntesten Spieler von Besiktas sind Nationatorhüter Rüstü, der 23-fache brasilianische Nationalspieler Ricardinho, Emre, der neu verpflichtete französische Goalgetter Edouard Cissé und der ehemalige Basler Gaucho Matias Delgado. Letztmals wurde Besiktas in der Saison 2002/03 Meister, die letztjährige Meisterschaft beendete der Grossklub als Zweiter. Klubfarben: schwarz/weiss.

(mat/si)

FCZ-Boss Canepa: «Das ist ein gutes türkisches Omen»

Ancillo Canepa, vor der Auslosung sagten Sie, man schlage jeden Gegner. Sind Sie weiter überzeugt, dass der FCZ die Türken «wegputzt»?

Ancillo Canepa: Vor rund 30 Jahren bezwang der FCZ im Viertelfinal Galatasaray nach einem dramatischen Entscheidungsspiel in Rom durch Münzenwurf. Das ist ein gutes türkisches Omen.

Der FCZ wird zum Hinspiel am 15. August im Hardturm und nicht wie geplant in Bern antreten. Weshalb verzichten Sie auf eine halbe Million Franken Mehreinnahmen?

Canepa: Wir wollten kein Risiko eingehen und verhindern, dass unser Kontrahent im Nachhinein gegen den Spielort mit formalrechtlichen Argumenten Einsprache erheben kann.

Gegen Besiktas sicher dabei ist Stürmer Raffael. Wie sind am Mittwoch die Gespräche mit Hertha-Manager Dieter Hoeness verlaufen, der den Brasilianer unbedingt zu Ihrem Ex-Trainer Lucien Favre nach Berlin holen will?

Canepa: Die Diskussion um die Transferwünsche von Hertha BSC gegenüber dem FCZ dauerte keine fünf Minuten. Die restlichen 2 1/2 Stunden sprachen wir in kollegialem Ton über Fussball.

Weniger harmonisch verlief der Abgang von Favre nach Berlin. War das der bitterste Moment in Ihrer bisherigen Amtszeit von acht Monaten?

Canepa: Die Art und Weise seines Weggangs hat bei mir einen sehr schalen Beigeschmack hinterlassen. Auch die Tatsache, dass er hinter unserem Rücken nun schon seit Wochen FCZ-Spieler fast täglich kontaktiert, zeugt von ganz schlechtem Stil.

Und Ihr schönstes Erlebnis?

Canepa: Das befreiende 1:0 von Santos gegen GC im letzten Saisonspiel im Mai, das wir dann 2:0 gewannen und Meister wurden.

Interview Andy Huber

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