Asylknatsch Alpnach: «Die Gemeinde informiert zu undurchsichtig»

Aktualisiert

Asylknatsch Alpnach«Die Gemeinde informiert zu undurchsichtig»

Kurz vor der Eröffnung des Asylzentrums in Alpnach herrscht Verwirrung um die «sensiblen Zonen». Der Gemeinderat wird kritisiert.

von
Vroni Fehlmann
Am Dienstag ziehen hier die ersten Bewohner ein.

Am Dienstag ziehen hier die ersten Bewohner ein.

Am Dienstag ziehen die ersten Bewohner ins Asylzentrum in Alpnach. Dieses bietet Platz für 100 Personen und befindet sich mitten im Dorf. Das Bundesamt für Migration (BFM) hatte mit der Gemeinde «sensible Zonen» festgelegt, die von den Asylbewerbern nicht betreten werden sollten.

Im endgültigen Vertrag fehlen diese Zonen nun aber fast gänzlich, «sensibel» sind aus «organisatorischen Gründen» nur noch die Schul- und Sportanlagen. Es ist laut BFM unnötig, Privatgrundstücke oder das Alterszentrum in die Regelung aufzunehmen, weil der Zutritt dort ohnehin nicht einfach so gestattet sei. Das ärgert die Anwohner. «Ich finde das eine Frechheit. Wir haben diese Vereinbarung hart erkämpft und nun macht die Gemeinde einen Rückzieher», sagt Olaf Joensson (49), Mitglied einer Gruppe von Anwohnern. Andere fühlten sich hintergangen und seien enttäuscht. «Die Gemeinde informiert zu undurchsichtig», sagt ein anderer Alpnacher.

«Haltlose Behauptungen»

Laut Gemeindepräsidentin Kathrin Dönni (CVP) habe sich am Konzept nichts geändert. «Die Unsicherheit der Bevölkerung ist unbegründet. Diesem Fakt wird hoffentlich mehr Beachtung geschenkt als haltlosen Behauptungen.»

Während sich viele Anwohner beklagen, gibt es auch andere Meinungen. «Ich mache mir keine Sorgen», so ein Anwohner gestern. Eine Frau sagte: «Ich habe keine Bedenken. Es gibt ja Regeln.»

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