Aktualisiert

Vancouver statt TurinDie Genugtuung der Sandra Frei

Vor vier Jahren wurde Sandra Frei bei der Olympia-Selektion übergangen. Nun kommt die Snowboard-Crosserin doch noch zu ihren Winterspielen.

von
Marcel Allemann
Kanada
Sandra Frei geht heute auf Medaillenjagd. (Keystone)

Sandra Frei geht heute auf Medaillenjagd. (Keystone)

Damals flossen Tränen. Trotz grandioser Resultate unmittelbar vor den Spielen musste Frei zusehen, wie chancenlose Halfpipe-Fahrer nach Turin durften. Sie dachte sogar an Rücktritt. Zum Glück hat sie es nicht getan, denn 2007 wurde sie in Arosa Vizeweltmeisterin und nun gehört die Bündnerin zu den potenziellen Medaillenkandidatinnen. «Was damals geschehen ist, stresst mich heute nicht mehr. Ich wusste ja, dass ich es dieses Mal schaffe, wenn ich meine Resultate aus dem letzten Winter einigermassen bestätige.»

Frei erlebt in Vancouver ihre persönliche olympische Genugtuung. Allerdings: Der Rummel im olympischen Dorf ist nicht unbedingt ihre Welt. «Ich habe es lieber etwas ruhiger. Bei dieser Hektik muss man schon aufpassen, dass man den Fokus nicht verliert.» Ihr Fokus auf

die Disziplin Snowboardcross, in der heute die Nachfolgerin von Tanja Frieden gesucht wird, ist klar: «Ich möchte meine optimale Leistung abrufen, dann liegt eine Medaille drin.» Das Gleiche gilt im Schweizer Snowboardcross-Team auch für Mellie Francon, Simona Meiler und Olivia Nobs.

Für Frei sind die Olympischen Spiele auch eine Fami­lienangelegenheit. Ihr Bruder Thomas (29) ist als Bia­thlet mit dabei. Dass ein Schweizer

Geschwisterpaar in zwei ver­schiedenen Sportarten an denselben Olympischen Spielen mit von der Partie ist, ist ein Novum. «Es ist schon sehr

speziell. Aber wir sind eben eine sehr sportliche Familie», erklärt die Flimserin.

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