Renato Steffen: Die giftige Nati-Alternative zu Shaqiri
Aktualisiert

Renato SteffenDie giftige Nati-Alternative zu Shaqiri

Die EM hat er verpasst, heute kehrt er zurück: Renato Steffen will gegen Europameister Portugal auf der Aussenbahn für Betrieb sorgen.

von
E. Tedesco

Am Montag rückt die Fussball-Nati in Feusisberg ein. Mit dabei ist auch Renato Steffen, der die EM in Frankreich verletzt verpasst hat. (Video: 20 Minuten)

Es war seine erste richtige Aktion im Spiel gegen YB am 22. Mai. Ein Ausfallschritt in der 13. Minute – Muskelfaserriss. Renato Steffens Traum von der EM in Frankreich war begraben. «Die Enttäuschung war gewaltig. Ich habe lange gebraucht, bis der Frust nachgelassen hat. Eigentlich musste ich bei jedem Spiel der Nati daran denken, dass ich auch hätte dabei sein können», sagt Steffen rückblickend. Trost fand der 24-jährige Basler Flügelspieler bei der Familie, der Freundin und sehr guten Freunden. Es seien gute Gespräche gewesen und die Sichtweise von Aussenstehenden hätte sich als hilfreich erwiesen.

Die Euro hat er aus einem neuen Blickwinkel erlebt: am Fernsehen. «Man kennt die Spieler persönlich, weiss, wie sie ticken – es ist anders. Ich kann jetzt nachvollziehen, wie sich die Fans fühlen. Ich habe mich auch ein wenig wie ein Fan gefühlt.» Zwei Monate später ist er nicht mehr nur Zuschauer. Der Flügelflitzer steht im Kader für das WM-Qualifikationsspiel gegen Portugal in Basel.

Kleine Unterschiede, grosse Wirkung

Xherdan Shaqiri war beim Einrücken am Montagmittag dagegen nicht dabei. Eine Wadenverletzung zwingt «XS» zu einer mehrwöchigen Pause. Steffen ist die giftige Alternative, die für Shaqiri auf der Aussenbahn für Betrieb sorgen kann. «Ich freue mich, dass ich dabei bin, die anderen wiedersehe und wir unsere Geschichten austauschen können», sagt Steffen. «Es ist schön und macht mich immer stolz, einzurücken. Und es ist toll, mit Super-Spielern trainieren zu können.»

Der intensive Rhythmus, der gegangen wird, und die hohe Qualität sind eine willkommene Herausforderung. «Natürlich trainiere ich auch in Basel mit vielen Nationalspielern, aber es sind Kleinigkeiten, die anders sind. Auch Details im Training. Die Unterschiede sind klein, aber die Wirkung gross», sagt der Aargauer.

Startspiel gegen den Europameister

«Das Potenzial der Mannschaft hat man in Frankreich gesehen», sagt Steffen. Der Fokus liegt nun aber auf der Gegenwart und der Zukunft, auf der Qualifikation für Russland 2018. Die Gruppengegner heissen Portugal, Ungarn, Andorra, Färöer-Inseln und Lettland. Zum Auftakt geht es gleich gegen den amtierenden Europameister. Steffen: «Das ist schon ein bisschen speziell, aber ich freue mich darauf. Europameister oder nicht: Wir werden versuchen, unser Spiel zu machen.»

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