Aktualisiert 02.08.2012 15:30

43 Tote bei RazziaDie Gräueltaten in Syrien nehmen kein Ende

Bei einer Razzia in der Nähe von Damaskus sollen am Mittwoch rund 100 Menschen festgenommen und gefoltert worden sein. 43 starben bei dem Blutbad, wie Menschenrechtsorganisationen berichten.

Menschen stehen am 1. August bei einem Massenbegräbnis in Artus, einer Ortschaft in der Nähe der Hauptstadt Damaskus.

Menschen stehen am 1. August bei einem Massenbegräbnis in Artus, einer Ortschaft in der Nähe der Hauptstadt Damaskus.

In der Nähe von Damaskus soll es zu einem erneuten Blutbad gekommen sein. In Dschaidet Artus südwestlich der Hauptstadt sollen syrische Sicherheitskräfte am Mittwoch bei einer Razzia rund 100 junge Menschen festgenommen haben.

Sie seien zu einer Schule gebracht und dort gefoltert worden, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Donnerstag in London.

Am Donnerstagmorgen seien dann die Leichen von 43 Menschen gefunden worden, einige von ihnen seien hingerichtet worden, hiess es in der Mitteilung der Beobachtungsstelle. Sie hatte zunächst von 28 Toten bei der Razzia gesprochen.

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete am Donnerstag unter Berufung auf Zivilpersonen und Menschenrechtler von mindestens 35 Toten.

Das syrische Staatsfernsehen berichtete unterdessen, Dutzende «Terroristen» hätten sich ergeben oder seien getötet worden, als die Armee eine Razzia in dem Vorort unternommen habe.

Angriff auf Flughafen

In der Nähe von Aleppo sollen syrische Rebellen nach Angaben von Aktivisten einen Militärflughafen des Regimes angegriffen haben. Dabei setzten sie am Donnerstag auch einen Panzer ein, den sie zuvor von den Regimetruppen erbeutet hatten.

Dies teilten die Syrischen Menschenrechtsbeobachter in London mit. Am Militärflughafen Minag, 30 Kilometer nordwestlich von Aleppo, sind nach diesen Angaben jene Helikopter stationiert, mit denen die Regimetruppen die Stellungen der Aufständischen in Aleppo beschiessen.

Bei einem Gefecht an der syrisch-jordanischen Grenze wurden am frühen Morgen zwei syrische Flüchtlinge und ein jordanischer Soldat verletzt. Syrische Truppen hätten auf eine jordanische Grenzpatrouille geschossen, die auf der jordanischen Seite den Übergang der syrischen Zivilisten beobachtete, berichteten Sicherheitskreise und Ärzte im jordanischen Grenzort Ramtha.

Es war der dritte Zusammenstoss zwischen syrischen und jordanischen Soldaten dieser Art. Die syrischen Truppen schiessen immer wieder auf Syrer, die aus ihrem Land flüchten wollen.

(sda)

Glückskette sammelt Spenden für Syrien

Die Glückskette sammelt Spenden für die Opfer der kriegerischen Auseinandersetzungen in Syrien. Die Hilfe soll Flüchtlingen zukommen, die in den Nachbarländern von Hilfswerken versorgt werden.

Die humanitäre Situation in Syrien habe sich weiter verschärft, schreibt die Glückskette in einer Mitteilung vom Donnerstag. Mehrere tausend Menschen flüchteten täglich vor der Gewalt in ihrer Heimat.

Die Partnerhilfswerke der Glückskette leisten bereits seit März in Libanon und in Jordanien Nothilfe für syrische Flüchtlinge. Sie kümmern sich hauptsächlich um die Organisation von Unterkünften, die Verteilung von Notutensilien und die medizinische und psychosoziale Unterstützung der Menschen, wie es heisst. Diese Hilfe soll nun intensiviert werden.

Die Glückskette unterstützt Hilfsprojekte von Caritas, Handicap International und Terre des hommes - Kinderhilfe. Andere Hilfswerke klären laut der Glückskette ebenfalls Hilfsmöglichkeiten ab, auch im Hinblick auf einen allfälligen Zugang in Syrien.

Spenden sind ab sofort online auf www.glueckskette.ch oder auf das Postkonto 10-15000-6 mit dem Vermerk «Syrien» möglich.

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