Hinrichtungsvideo: Die grausamen Methoden der IS-Terroristen
Aktualisiert

HinrichtungsvideoDie grausamen Methoden der IS-Terroristen

IS-Terroristen haben syrische Geiseln in Unterhosen durch die Wüste laufen lassen und dann hingerichtet. Die von IS veröffentlichten Bilder und Videos werden immer unerträglicher.

von
cfr

Die Terrormiliz «Islamischer Staat» hat keine Skrupel, selbst brutalste Videos und Bilder mittels sozialer Medien zu veröffentlichen. Sie tut dies in einem grösseren Ausmass als jede andere Terrorgruppe.

In Syrien haben die Extremisten nach Angaben von Aktivisten jetzt Dutzende syrische Regierungssoldaten getötet, die sie nach der Eroberung des Luftwaffenstützpunkts Tabka gefangen genommen hatten. Dies haben sie mit einer Kamera festgehalten.

Massenexekution in der Wüste

Auf Youtube ist ein Video erschienen, auf dem die Gefangenen, bis auf die Unterhosen entkleidet, mit den Händen hinter dem Kopf durch die Wüste getrieben werden. Begleitet werden sie von Extremisten, die IS-Flaggen schwenken.

Ein weiteres von IS-Unterstützern veröffentlichtes Video zeigt die Entblössten leblos im Sand liegen. Das Syrische Beobachtungszentrum für Menschenrechte sprach am Donnerstag von bis zu 65 Soldaten, die umgebracht worden seien. Einige seien erschossen, andere mit Messern getötet worden. In einer Mitteilung von Unterstützern des «Islamischen Staats» im Internet war hingegen die Rede von «etwa 200» Getöteten.

Waterboarding wie beim CIA

Erst in der vergangenen Woche hatte der IS ein Video von der Enthauptung des US-Journalisten James Foley veröffentlicht. Jetzt sind neue schreckliche Details über die Gefangenschaft Foleys vor seiner Ermordung bekannt geworden: Gemäss«Washington Post» sollen IS-Terroristen ihn und drei weitere Geiseln am Anfang seiner Gefangenschaft mit «Waterboarding» gefoltert haben.

Der französische Journalist Didier François, der zusammen mit Foley in Gefangenschaft der IS war, sagte Journalisten, dass Foley besonders gefoltert wurde. Die Geiselnehmer hätten auf seinem Laptop Fotos seines Bruders gefunden, der in der US Air Force arbeitete. Als Bestrafung seien an ihm zum Beispiel Scheinhinrichtungen durchgeführt worden. In solchen wird dem Opfer die eigene bevorstehende Hinrichtung simuliert.

Eine Person, die Informationen zu Foleys Gefangenschaft hat, bestätigte, dass dieser gefoltert wurde, unter anderem durch Waterboarding. «Sie wussten genau, wie es geht», sagte laut «Washington Post» auch eine Person, die direkt mit den Erlebnissen der Geiseln, darunter Foley, vertraut ist.

«Vergleich mit Amerika ist lächerlich»

Das FBI, welches sich mit dem Fall Foley beschäftigt, äusserte sich nicht zu den Kommentaren. Auch der CIA schwieg. Ein amerikanischer Beamter verurteilte laut «Washington Post» den Vergleich mit amerikanischen Methoden: «IS ist eine Gruppe, die routiniert Kreuzigungen durchführt und Menschen enthauptet. Zu behaupten, dass eine Verbindung bestehe zwischen der Brutalität von IS und amerikanischen Handlungen in der Vergangenheit ist lächerlich und eine Folge der perversen Propaganda von IS.»

Der amerikanische CIA hatte Waterboarding im Zusammenhang mit den Anschlägen vom 11. September 2001 verwendet, um Terrorverdächtige zu befragen. Damals hatte das Justizministerium die Methode genehmigt. Khalid Sheik Mohammed, der selbsternannte Mastermind hinter den 9/11-Angriffen, soll laut einem Bericht des Rechtsdiensts des Justizdepartements 183-mal mit Waterboarding unter Druck gesetzt worden sein. Der derzeitige US-Präsident Barack Obama hatte Waterboarding als Folter verurteilt und mit Antritt seines Amtes gesetzlich verboten.

Neues Enthauptungsvideo

In einem weiteren veröffentlichten Video der IS-Milizen ist zu sehen, wie erneut ein Mann vor laufender Kamera enthauptet wird, so der britische Nachrichtensender «BBC». Diesmal soll es sich um einen kurdischen Kämpfer im Irak handeln.

Wie das auf die Überwachung islamistischer Websites spezialisierte US-Unternehmen Site mitteilte, werden in dem IS-Video mehrere gefangengenommene Kurdenkämpfer präsentiert. Drei von ihnen fordern demnach ein Ende der Militärkooperation zwischen der Kurdenführung im Nordirak mit den USA. Ansonsten sei das Leben der Geiseln in Gefahr.

Öffentliche Hinrichtungen, Amputationen, Auspeitschungen

Die IS-Kämpfer hatten in den vergangenen Monaten grosse Gebiete im Norden des Iraks und in Syrien erobert und dort ein sogenanntes Kalifat ausgerufen.

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte am Freitag die «brutalen Tötungen von Zivilisten» durch die IS-Dschihadisten im Nordirak. Die radikalen Sunniten rissen ganze Gemeinden auseinander, die über Generationen in der Region gelebt hätten, sagte Ban bei einer Konferenz in Indonesien.

Die UNO hat den Extremisten auch äusserste Brutalität in Syrien vorgeworfen. Dort gebe es öffentliche Hinrichtungen, Amputationen, Auspeitschungen und Kreuzigungen.

Fort Hood Amokläufer will Bürger des Kalifats werden

Der zum Tode verurteilte Amokläufer von Fort Hood, Nidal Malik Hasan, hat laut «Washington Times» einen Antrag gestellt, um «Bürger» des Kalifats des Islamischen Staats (IS) zu werden. Er richtete den Brief direkt an den selbsterklärten Kalifen, Abu Bakr al-Baghdadi und unterschrieb mit «Soldat Allahs».

Nidal Malik Hasan erschoss am 5. November 2009 auf dem US-Militärstützpunkt Fort Hood 13 Menschen. 2013 wurde er vom amerikanischen Militärgericht zum Tode verurteilt.

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