Champions League: Die grossen Klubs werden immer dominanter
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Champions LeagueDie grossen Klubs werden immer dominanter

115 Tage nach dem Final in Lissabon geht die Champions League in die nächste Spielzeit. Der Ausgang der Serie wird immer vorhersehbarer.

von
Sandro Compagno

Nicht überall, wo Champions League draufsteht, ist auch Champion drin. Wir sprechen hier nicht von Arsenal, Bayer Leverkusen oder der AS Roma. Während die letzten Meistertitel von Arsenal und der AS Roma zehn und mehr Jahre zurück liegen, durfte sich Bayer Leverkusen noch überhaupt nie Champion nennen. Trotzdem gehören sie alle fast zum Inventar der europäischen Königsklasse, seit die Uefa diese 1999 auf 32 Teilnehmer aufgestockt hat.

Wir sprechen hier von Teilnehmern wie Maribor, Bate Borisov oder Ludogorez Rasgrad. Namen wie diese machen die Gruppenphase für den neutralen Fan einigermassen unattraktiv. Uefa-Präsident Michel Platini hat für die Meister der kleineren Ligen einen einfacheren Zugang zur Champions League durchgesetzt. Das ehrt ihn, bringt aber eine sportliche Verwässerung, die in den letzten Jahren stetig zunahm.

Trotz Dominanz der Grossen gibts Überraschungen

Die Dominanz von Klubs aus den fünf grossen Ligen (Deutschland, England, Spanien, Italien, Frankreich) wird immer ausgeprägter. Der «Guardian» hat nachgerechnet und kommt zu folgenden Zahlen: 1999/2000 bis 2004/05 gewannen die Grossen 117 von 215 Spielen, das ist eine Siegquote von 54 Prozent. 2005/06 bis 2009/10 stieg diese Quote auf 60 Prozent.

Und letzte Saison lag sie gar bei 64 Prozent.

Natürlich gibt es nach wie vor Überraschungen. Ein paar rotblaue Wunder sind noch sehr präsent: 2011/12 warf der FC Basel das grosse Manchester United aus der Champions League (2:1, 3:3), 2013/14 siegten die Bebbi zweimal gegen den FC Chelsea (1:0, 2:1).

Buchmacher setzen nicht auf Basel

Doch diese Ausreisser ändern nichts an der grundlegenden Tendenz. Die letzte Saison war die erste in der Geschichte der Champions League, in der kein Klub ausserhalb der grossen fünf einen Viertelfinal erreichte.

Heute trifft der FC Basel im Estadio Santiago Bernabeu auf Real Madrid. Auch die Buchmacher trauen dem Schweizer Serienmeister nichts zu: Wer 100 Franken auf einen Sieg der Königlichen setzt, erhält je nach Wettanbieter 112 bis 116 Franken ausbezahlt. Reich wird man damit nicht.

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