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SCB im FinalDie grossen vier sind nicht totzukriegen

Man wähnte die G4 bereits auf dem Sterbebett. Doch sie sind diesem nochmals enteilt. Der SC Bern macht es möglich. Stoppt er nun auch den EV Zug?

von
Marcel Allemann
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Der HC Davos feierte in diesem Jahrtausend sechs Meistertitel.

Der HC Davos feierte in diesem Jahrtausend sechs Meistertitel.

Keystone/Gian Ehrenzeller
Sechsmal durften auch die ZSC Lions jubeln.

Sechsmal durften auch die ZSC Lions jubeln.

Keystone/Ennio Leanza
Beim SCB sind es fünf Meistertitel in diesem Jahrtausend.

Beim SCB sind es fünf Meistertitel in diesem Jahrtausend.

Keystone/Alexandra wey

Wenn man in unserem Eishockey von den G4 spricht, dann sind damit die grossen vier gemeint. Die ZSC Lions, der HC Davos, der SC Bern und der HC Lugano. Jene vier Equipen, die in diesem Jahrtausend sämtliche Meistertitel unter sich aufteilten. Für die ZSC Lions und den HCD waren es in dieser Zeitspanne je sechs, für den SCB fünf und Lugano zwei.

Wenn nicht jetzt, wann dann?

Doch die G4 haben in dieser Saison geschwächelt wie noch nie. Der HC Davos und die ZSC Lions schafften es nicht einmal ins Playoff. Der HC Lugano war in diesem überhaupt kein Faktor und bezog im Viertelfinal gegen Zug die 0:4-Höchststrafe. Und auch der SCB geriet in arge Nöte. Schon im Viertelfinal gegen Servette und erst recht im Halbfinal gegen Biel, als er mit 2:3 ins Hintertreffen geriet und vor dem Aus stand.

Aber der SCB hat sich gerade noch durchgewurstelt, spielte am Ende der Halbfinal-Serie gegen Biel seine ganze Routine aus und zeigte eindrücklich, weshalb er ein Mitglied der G4 ist. Und wenn die Mutzen nun im Final auch noch den bislang im Playoff so überzeugend auftretenden EV Zug stoppen können, dann haben die G4 nach den 00er-Jahren tatsächlich auch die 10er-Jahre im neuen Jahrtausend unbeschadet überstanden.

Die letzte Hoffnung heisst EV Zug

Im Sinne des Schweizer Eishockeys und der Abwechslung würden es viele neutrale Beobachter allerdings viel prickelnder finden, wenn es endlich mal wieder einen neuen Meister gäbe. Einen Meister-Coup von Ambri, den SCL Tigers oder Servette hat zwar kaum jemand erwartet, aber der erste Meistertitel im Playoff-Zeitalter für Biel oder der erste Meistertitel überhaupt für Lausanne schienen nicht unrealistisch.

Doch daraus ist nun nichts geworden und so bleibt als letzte Hoffnung nur noch der EV Zug, der die Vorherrschaft der G4 in diesem Jahr beenden kann. Es ist zugleich der letzte Verein ausserhalb der G4, der es schaffte, Meister zu werden. Das war im Jahr 1998.

Diese Topskorer gehen zusammen abendessen

Auf dem Eis begegnen sich die Punktesammler der NLA regelmässig. Aber mit wem würden sie abseits der Stadien ausgehen? (Video: Marcel Allemann und Adrian Panholzer)

Aber das Playoff ist bekanntlich kein Wunschkonzert, sondern ein sportlicher Wettbewerb, bei dem jener gewinnt, der auf zwölf Siege kommt. Und weil der SCB darin in den letzten Jahren sehr gut war, ist es sehr gut möglich, dass die G4 auch dieses Jahr überleben. Unabhängig davon, dass für viele der EVZ im Final der Favorit ist.

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