Solothurn: Die Grüne Brigit Wyss ist grosse Verliererin
Aktualisiert

SolothurnDie Grüne Brigit Wyss ist grosse Verliererin

Die Solothurner Wähler haben die parteipolitische Zusammensetzung der Regierung bestätigt. Im zweiten Anlauf neu in die Exekutive gewählt wurden Remo Ankli (FDP) sowie Roland Fürst und Roland Heim (beide CVP). Die grüne Herausforderin Brigit Wyss unterlag.

Ziel verfehlt: Brigit Wyss hat den Sprung für die Grünen in die Regierung von Solothurn nicht geschafft.

Ziel verfehlt: Brigit Wyss hat den Sprung für die Grünen in die Regierung von Solothurn nicht geschafft.

Im Kanton Solothurn haben die Wählerinnen und Wähler die parteipolitische Zusammensetzung der Regierung bestätigt. Im zweiten Anlauf neu in die Exekutive gewählt wurden Remo Ankli (FDP) sowie Roland Fürst und Roland Heim (beide CVP). Die grüne Herausforderin Brigit Wyss verpasste die Wahl.

Bei einer Wahlbeteiligung von 35,10 Prozent erzielte Remo Ankli (FDP) am Sonntag das beste Resultat. Der 39-jährige Parteisekretär, Theologe und freischaffende Historiker erhielt 36'038 Stimmen. Ankli ist der einzige Vertreter des Schwarzbubenlandes.

Im ersten Wahlgang Anfang März hatte Ankli ein schlechtes Ergebnis eingefahren. Die FDP musste befürchten, nach 61 Jahren ihren zweiten Sitz im fünf Mitglieder zählenden Regierungsrat zu verlieren.

Brigit Wyss im Stresstest

Auch die CVP konnte nach dem zweiten Wahlgang aufatmen. Die beiden CVP-Kantonsräte Roland Fürst und Roland Heim wurden neu in die Exekutive gewählt. Der 51-jährige Fürst, Direktor der Solothurner Handelskammer, holte 32'889 Stimmen.

Der 57-jährige Heim, Kantonsschullehrer für Wirtschaft und Recht, erhielt 31'717 Stimmen. Damit verteidigte die CVP ihre Doppelvertretung, die sie seit acht Jahren hält.

Grüne Kandidatin unterliegt

Brigit Wyss, die für die Grünen erstmals einen Sitz in der Regierung erobern wollte, scheiterte mit 29'172 Stimmen. Damit fehlten der 53-Jährigen zur Wahl über 2500 Stimmen. Die frühere Nationalrätin war als Favoritin in den zweiten Wahlgang gestiegen. Im ersten Wahlgang war sie noch vor Ankli und Heim gelegen.

Wyss reagierte auf die Niederlage «sehr enttäuscht». Die bürgerlichen Parteien hätten besser mobilisieren können, sagte sie. Die SP-Basis habe sich an der Wahl offenbar nicht beteiligt. Die SP hatte die grüne Politikerin offiziell unterstützt.

Bürgerliche können mobilisieren

Das Zusammenspannen der Wirtschafts-, Handels- und Gewerbeverbände habe gespielt, sagte FDP-Kantonalpräsident Christian Scheuermeyer. Es sei schliesslich darum gegangen, dass die Regierung bürgerlich bleibe. FDP und die CVP hätten ihre Wählerbasis mobilisieren können, hiess es auch bei der CVP.

Die Kantonsregierung setzt sich in den kommenden vier Jahren wie seit 2005 aus je zwei FDP- und CVP-Vertretern sowie aus einem Sozialdemokraten zusammen. Im März hatte das Volk die beiden bisherigen Regierungsmitglieder Esther Gassler (FDP) und Peter Gomm (SP) im Amt bestätigt.

Die 62-jährige Gassler und der 54-jährige Gomm gehören seit 2005 der Regierung an. Die neu gewählte der Kantonsexekutive wird ihre Arbeit am 1. August aufnehmen.

Regierung ohne SVP

Bei der Gesamterneuerungswahl der Regierung fuhr neben den Grünen auch die SVP eine Niederlage ein. Die SVP, mit einem Wähleranteil von 20,2 Prozent nach der FDP immerhin die zweitstärkste Partei im Kanton, hatte bereits nach dem ersten Wahlgang das Handtuch geworfen. Die SVP scheiterte bislang in fünf Anläufen, einen Exekutivsitz zu erobern.

CVP muss je einen Sitz an SP und GLP abgeben

Bei den Gemeinderatswahlen in der Stadt Solothurn hat es keine grossen Sitzverschiebungen gegeben. Einzig die CVP verlor zwei ihrer sieben Parlamentssitze. Je einen dazu gewannen SP und Grünliberale.

Die neue Sitzverteilung sieht folgendermassen aus: FDP 9 (-), SP 8 ( 1), Grüne und Junge Grüne 5 (-), CVP 5 (-2), SVP 2 (-) und GLP 1 ( 1). Die Stimmbeteiligung betrug 36,7 Prozent.

Die Grünliberalen schafften erstmals den Sprung in das 30-köpfige Solothurner Stadtparlament, und das ausgerechnet auf Kosten der Listenverbindungspartnerin CVP.

Mit 29,7 Prozent bleibt die FDP die wählerstärkste Partei. Sie gewann mit 0,1 Prozent leicht dazu. Gleich stark wuchs die SP, die neu auf 24,1 Prozent kommt. Die CVP büsste trotz des Verlustes von zwei Sitzen nur gerade 0,15 Prozent ein. Sie hatte aber weniger Glück bei der Verteilung des Restmandates, das an die SP ging.

Die Gemeinderatswahlen sind entscheidend für die Wahl des Stadtpräsidenten vom 9. Juni. Nationalrat Kurt Fluri (FDP), der seit 1993 in der Kantonshauptstadt regiert, stellt sich zur Wiederwahl. Ein Gegenkandidat ist noch nicht in Sicht. Die FDP stellt seit 1906 den Solothurner Stadtpräsidenten.

(sda)

Deine Meinung