Aktualisiert 14.06.2004 16:51

Die Grüne Fee wird legal

Die lange verbotene grüne Fee wird künftig gleich behandelt wie andere Spirituosen. Mit 142 zu 13 Stimmen hat der Nationalrat am Montag als zweite Kammer das Absinth-Verbot aus dem Gesetz gestrichen.

Aus der Bundesverfassung war das Absinth-Verbot bereits 1999 eliminiert worden. Eine vom Ständerat angenommene Einzelinitiative des inzwischen aus dem Rat ausgeschiedenen Jean-Claude Cornu (FDP/FR) kippte es nun auch aus dem Lebensmittelgesetz.

Fortan ist der Absinth, von dem heute jährlich 10 000 Liter illegal produziert werden, dem Alkoholgesetz unterstellt. Er wird so bezüglich Herstellung, Kontrolle, Besteuerung und Prävention den andern Spirituosen gleichgestellt. Das neuenburgische Val de Travers erhält dadurch eine willkommene Möglichkeit zur Diversifikation.

Bundesrat und Parlament sind überzeugt, dass vom Absinth wegen der für Spirituosen geltenden Thujon-Grenzwerte keine grössere gesundheitliche Gefahr ausgeht als von andern anishaltigen Getränken. Neu kann die grüne Fee zudem in Präventionskampagnen gegen den Alkoholismus miteinbezogen werden.

Auch für Absinth werden die Abgabe an unter 18-Jährige und die Jugend-Werbung verboten sein. Der Bundesrat will nicht, dass hier ein neues «Trendgetränk» entsteht. Die illegale Produktion habe der grünen Fee «das Locketikett eines verbotenen Produkts» verliehen.

Widerstand leistete im Zweitrat nur noch eine kleine Gruppe um Markus Wäfler (EDU/ZH): Die gesundheitsschädigende Wirkung verschwinde mit der Legalisierung nicht.

(sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.