Die Grünen sind im Aufwind
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Die Grünen sind im Aufwind

Ein Jahr vor den Nationalratswahlen sind die Grünen als einzige grosse Partei auf einem aufsteigenden Ast. Die SVP blieb in einer Umfrage trotz Einbussen stärkste Partei.

Die anderen Bundesratsparteien behaupteten sich knapp. Eine Mehrheit unterstützt den Anspruch der Grünen auf einen Sitz im Bundesrat.

Die Umfrage des Instituts Informar im Auftrag von «SonntagsBlick», «Le Matin dimanche» und «Il caffe» bei gut 1 000 Stimmberechtigten in der Zeit zwischen dem 19. und 25. September ergab im einzelnen folgendes Resultat: Stärkste Partei bleibt die SVP mit einem Wähleranteil von 25,6 Prozent. Das sind 1,1 Prozentpunkte weniger als bei den Nationalratswahlen vom Oktober 2003. An zweiter Stelle folgt die SP mit 23,1 Prozent - minime 0,2 Punkte weniger als vor vier Jahren. Keine Erholungstendenzen weisen die Mitteparteien FDP und CVP auf, die je einen halben Prozentpunkt einbüssten. Die FDP liegt damit bei 16,8 Prozent, die CVP bei 13,9 Prozent. Die Grünen konnten demgegenüber deutlich zulegen, um 1,5 Prozentpunkte auf 8,9 Prozent.

In einer «SonntagsBlick»-Umfrage bei den Parteipräsidenten wurde unter anderem darauf hingewiesen, dass die Umfrage die Trends bei kantonalen Wahlen bestätigt. Grüne-Präsidentin Ruth Genner bekräftigte den Anspruch ihrer Partei auf einen Sitz im Bundesrat. Dies wurde in der Umfrage von einer Mehrheit von 54 Prozent der Befragten unterstützt.

SVP-Präsident Ueli Maurer bezeichnete die Einbusse als im Streubereich solcher Umfragen liegend. Ziel der SVP sei es, 2007 die stärkste Partei zu bleiben. Diesen Platz will ihr die SP streitig machen, wie SP-Präsident Hans-Jürg Fehr sagte. Positives gewannen den Umfrageresultaten trotz nochmaligen leichten Einbussen auch die Präsidenten von FDP und CVP ab.

In der Umfrage wurde auch nach Urteilen über die Mitglieder des Bundesrats gefragt. Samuel Schmid und Moritz Leuenberger wurden dabei am glaubwürdigsten eingestuft, leicht vor Micheline Calmy-Rey. An vierter Stelle folgt Hans-Rudolf Merz. Die neue Bundesrätin Doris Leuthard und Christoph Blocher liegen schon deutlicher zurück. Klar am schlechtesten schnitt beim Glaubwürdigkeitstest Pascal Couchepin ab. Er fasste auch bei der Frage, welche Bundesräte wiedergewählt werden sollten, klar die Rote Laterne: Nur 29 Prozent der Befragten sprachen sich für eine Wiederwahl des Walliser Freisinnigen aus. Unter 50 Prozent blieb auch Blocher mit 42 Prozent. Leuthard eroberte bei dieser Frage mit 75 Prozent bereits die Spitze, gefolgt von Calmy-Rey, Schmid, Leuenberger und Merz. (dapd)

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