Mein Horrordate  - «Die Guetzli meines Dates hatten Hasch drin!»

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Mein Horrordate «Die Guetzli meines Dates hatten Hasch drin!»

Joel (28) trifft Hippie Penny (26) in ihrer Wohnung. Weil er nach dem Essen noch Hunger hat, greift Joel zu Pennys Keksen – mit unangenehmen Folgen.

von
Meret Steiger
Der 28-jährige Joel kifft nicht. Bei seinem Date mit Penny (26) isst er versehentlich eine grössere Menge hasch-Kekse.

Der 28-jährige Joel kifft nicht. Bei seinem Date mit Penny (26) isst er versehentlich eine grössere Menge hasch-Kekse.

Illu: Anna Deér

Darum gehts

  • Joel* (28) trifft sich mit dem 26-jährigen Hippie Penny.

  • Nach einem gemeinsamen Znacht vergreift sich Joel an einer Keksdose.

  • Das war ein Fehler: Die Kekse waren mit Cannabis versetzt.

Penny und ich kennen uns über gemeinsame Bekannte, hatten aber nie wirklich Kontakt zueinander. Erst als sie vor einem halben Jahr in meine Nähe gezogen ist, haben wir angefangen, mehr miteinander zu reden. Penny ist cool, sie ist ein richtiger Hippie. Sie läuft auch oft barfuss herum und in ihrer Wohnung riecht es immer nach Gras und Räucherstäbchen – ich mag das.

Wir hatten bereits einige Dates und eigentlich lief es zwischen uns super. Bis sie mich an einem Samstagabend zum Essen eingeladen hat: Ich bin pünktlich und frisch geduscht vor der Tür. Penny öffnet und sieht wie immer aus, als käme sie direkt aus einer sonnigen Kommune: wallendes Kleid, die langen Haare ein bisschen wild und viele Halsketten.

«Ich stehe nicht so auf vegetarisch …»

Penny hat vegetarisch gekocht und ich bin nur so semi-begeistert. Ich mag halt Fleisch und auch wenn ich ihre Ernährungsweise respektiere, habe ich doch immer das Gefühl, dass etwas fehlt. Es schmeckt gut, aber mir ist es irgendwie zu wenig. Dennoch lasse ich mir nichts anmerken, schliesslich will ich mich bei Penny nicht unbeliebt machen.

Nach dem Essen setzen wir uns mit einem Glas Wein aufs Sofa und reden. Gerade, als ich Penny fragen will, ob sie vielleicht auch Lust auf ein Dessert hat, klingelt ihr Telefon. Es ist ihre beste Freundin, offenbar mit Liebeskummer. Sie signalisiert mir, dass sie kurz nach draussen geht, um ihre Freundin zu trösten – gleichzeitig knurrt mein Magen hörbar. Mist.

«Wer will schon Apfelchips?»

Nach etwa zehn Minuten beschliesse ich, mich selbst um einen Nachtisch zu kümmern. Das sollte kein Problem sein, schliesslich war ich schon einige Male hier und weiss, wo Penny Süssigkeiten und Ähnliches aufbewahrt. Ich gehe in die Küche und öffne den Schrank. Dort finde ich einige gesunde Dinge wie Apfelchips (gähn!), und dann, in einer Tupperware, etwas versteckt, eine ganze Reihe Chocolate-Chip-Cookies. Geil!

Ich nehme die Tupperware mit den Cookies mit ins Wohnzimmer und gönne mir gleich mal drei Stück – sie sind nämlich richtig, richtig gut! Ich knabbere gerade an meinem vierten Keks, als Penny zurück ins Wohnzimmer kommt. Sie wirft einen Blick auf das schon deutlich leere Tupperware und schaut mich entgeistert an. «Hast du … davon schon viele gegessen?», fragt mich Penny.

«Die Kekse sahen ganz normal aus!»

Ich lache nur und frage, ob das ein Problem sei. Penny wird ein bisschen blass: «Joel, es tut mir so leid …», sagt Penny, während sie die Hände vors Gesicht schlägt, «… aber das sind Haschkekse. Du solltest auf keinen Fall mehr als einen davon essen, die sind ganz schön potent. Und überhaupt, was fällt dir ein, einfach an meine Schränke zu gehen??»

Ich höre den Vorwurf am Ende gar nicht mehr. Shit. Ich kiffe noch nicht mal und jetzt habe ich mindestens dreieinhalb Haschkekse gegessen! Dabei sahen die Kekse doch ganz normal aus! Zugegeben, im Nachhinein war der Geschmack ein bisschen fragwürdig, aber ich dachte halt, Penny habe mit Stevia statt Zucker gebacken oder sowas.

«Mir geht es wirklich schlecht …»

Penny bietet mir an, den Rausch bei ihr auszuschlafen. Aber ich merke, dass sie sauer ist und gemeinsam mit meinem angehenden High ist das genug, um mich zu vertreiben. Ich verabschiede mich und gehe nach Hause. Dort geht es mir dann richtig schlecht: Ich habe Herzrasen, Schweissausbrüche und mir ist übel. Haschkekse sind definitiv nichts für mich. Penny aber ist weiterhin etwas für mich: Sie hat mir verziehen und wir haben sogar bald unser nächstes Date – darauf freue ich mich schon. Doch eines ist klar: Ich esse garantiert nichts mehr, ohne sie vorher zu fragen, was drin ist.

*Name geändert

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