Café Surprise: Die gute Tat 2019 ist schnell vollbracht

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Café SurpriseDie gute Tat 2019 ist schnell vollbracht

Ein Kaffee für mich, einer für dich. Der Verein Surprise hat ein System entwickelt, damit auch Mittellose im Restaurant zu ihrem Kaffee kommen.

von
pal
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Mit Café Surprise sollen auch Mittellose zu ihrem Kaffee kommen.

Mit Café Surprise sollen auch Mittellose zu ihrem Kaffee kommen.

Café Surprise
Die Anzahl an spendierten Kaffees ist für alle Gäste gut sichtbar auf einer Tafel aufgeführt. Diese können von armutsbetroffenen Menschen konsumiert werden.

Die Anzahl an spendierten Kaffees ist für alle Gäste gut sichtbar auf einer Tafel aufgeführt. Diese können von armutsbetroffenen Menschen konsumiert werden.

Café Surprise
Betriebe, die das Café Surprise anbieten, haben ein entsprechendes Logo an der Eingangstür aufgeklebt.

Betriebe, die das Café Surprise anbieten, haben ein entsprechendes Logo an der Eingangstür aufgeklebt.

zvg

Haben Sie sich fürs neue Jahr eine gute Tat vorgenommen? Wie wäre es mit einer Kaffeespende? Der Verein Surprise, der sozial benachteiligte Menschen in der Schweiz unterstützt, macht dies mit Café Surprise einfach möglich. Das Konzept ist simpel: In Kaffees und Restaurants können Kunden einen zusätzlichen Kaffee bezahlen und diesen der Allgemeinheit zur Verfügung stellen. Die Anzahl an spendierten Kaffees ist für alle Gäste gut sichtbar auf einer Tafel aufgeführt. Diese können dann von armutsbetroffenen Menschen konsumiert werden.

Zurzeit beteiligen sich 55 Gastronomiebetriebe in der Schweiz am Projekt. Welche Gastrobetriebe mitmachen, kann der Website entnommen werden.

Nicht nur für Obdachlose

Das Angebot richtet sich laut dem Verein an alle, die sich keinen Kaffee leisten können, beispielsweise Obdachlose, Rentner oder Studenten: «Alle können einen offerierten Kaffee bestellen. Niemand muss sich ausweisen», so Andreas Jahn von Surprise.

Das Angebot werde rege genutzt. Und: «Es kommen laufend mehr Betriebe dazu.» Angebot und Nachfrage hielten sich meist die Waage. Überschüssige Kaffees werden teilweise auch an Betriebe weitergegeben, in denen die Nachfrage grösser ist.

Brauch aus Italien

«Im Winter wird das Angebot definitiv mehr genutzt, besonders jetzt um die Festtage», so Jahn. Die Leute seien im Winter mehrheitlich drinnen in der Wärme und würden mehr den Kontakt zu anderen suchen. Jahn: «In dieser Zeit ist es natürlich eine schöne Geste, jemandem einen Kaffee zu spendieren.»

Die ganze Idee basiert auf einer neapolitanischen Tradition, dem Caffè sospeso, also dem aufgeschobenen oder angeschriebenen Kaffee. Gäste bezahlen zwei Kaffees und spendieren den zweiten, der an der Bar angeschrieben wird.

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