Winterthur: Die Hälfte aller Polizei-Chefs fällt krank aus
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WinterthurDie Hälfte aller Polizei-Chefs fällt krank aus

Die momentane Arbeitssituation bei der Stadtpolizei scheint den Beamten auf die Gesundheit zu schlagen. Etliche Kaderangestellte sind entweder krankgeschrieben oder haben gekündigt.

von
nag
Hohe Arbeitsbelastung offenbar für Ausfälle verantwortlich: Einsatzfahrzeug Stadtpolizei Winterthur. (Bild: wikimedia.org)

Hohe Arbeitsbelastung offenbar für Ausfälle verantwortlich: Einsatzfahrzeug Stadtpolizei Winterthur. (Bild: wikimedia.org)

Die Hälfte aller Winterthurer Stadtpolizei-Chefs ist krankgeschrieben, titelt heute der «Landbote». Betroffen sei rund ein halbes Dutzend Kaderangestellte der 13 Kaderposten. Einige von ihnen seien schon seit drei Monaten, andere seit ein paar Wochen krankgeschrieben – teilweise mit der Diagnose «Burn-out». Dies bestätigte die Polizei-Stadträtin Barbara Günthard-Maier der Zeitung.

Nebst den Krankheitsfällen sei es aber auch zu mehreren Abgängen gekommen. Von den 13 Kaderstellen würden in den kommenden Wochen vier ausgeschrieben, schreibt der «Landbote»; dies bedeute, dass rund ein Viertel der Kaderangehörigen gekündigt hat. Dies alles stünde im Zusammenhang mit der momentanen Arbeitssituation bei der Stadtpolizei.

Setzt Sparprogramm den Beamten zu?

Für diese problematische Situation macht Günthard-Maier die Sparaufträge der vergangenen Jahre und Jahrzehnte verantwortlich. Die Stadtpolizei sei von Sparprogrammen stark betroffen gewesen, gleichzeitig seien die Aufgaben der Beamten kontinuierlich gewachsen.

Aber auch an der politischen Führung wurde Kritik laut. Nachdem im Sommer 2016 der Gemeinderat 10,5 neue Polizeistellen bewilligt und das Stimmvolk im Herbst das neue Polizeigebäude angenommen hatte, liessen Veränderungen viel zu lange auf sich warten, äusserten sich einige Polizisten des 250 Personen starken Korps.

Eine Reorganisation hätte bereits im Januar 2016 angegangen werden sollen, diese «Roadmap20» genannte Massnahme wurde allerdings ein Jahr lang verschoben. «Ich hätte die Reorganisation früher angehen sollen», äusserte sich Günthard selbstkritisch.

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