Nichtrauchen als Norm: Die Hälfte der Raucher will das Qualmen aufgeben
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Nichtrauchen als NormDie Hälfte der Raucher will das Qualmen aufgeben

Eine Mehrheit der Raucher möchte auf die Zigarette verzichten. Bei den Jungen ist es anders: Sie verschieben den Ausstieg auf später.

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pam
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52,8 Prozent der Schweizer Raucher möchten auf ihr Laster verzichten. Das zeigt eine neue Umfrage des Bundesamts für Gesundheit (BAG). Im Vergleich zu 2011 ist das eine Zunahme von 11,4 Prozent. Aufhören wollen jene, die täglich konsumieren, sowie die Gelegenheitsraucher.

52,8 Prozent der Schweizer Raucher möchten auf ihr Laster verzichten. Das zeigt eine neue Umfrage des Bundesamts für Gesundheit (BAG). Im Vergleich zu 2011 ist das eine Zunahme von 11,4 Prozent. Aufhören wollen jene, die täglich konsumieren, sowie die Gelegenheitsraucher.

Keystone/Alessandro Della Bella
Verena El-Fehri, Direktorin der Tabakprävention Schweiz, führt dies auf die strengere Gesetzgebung wie etwa die grösseren Auflagen für Raucherbeizen zurück. «Raucher sind heute weniger sichtbar, und es ist heute die Norm, nicht zu rauchen.» Das führe dazu, dass immer mehr Raucher ihren Konsum hinterfragen würden. (Symbolbild)

Verena El-Fehri, Direktorin der Tabakprävention Schweiz, führt dies auf die strengere Gesetzgebung wie etwa die grösseren Auflagen für Raucherbeizen zurück. «Raucher sind heute weniger sichtbar, und es ist heute die Norm, nicht zu rauchen.» Das führe dazu, dass immer mehr Raucher ihren Konsum hinterfragen würden. (Symbolbild)

Keystone/Gaetan Bally
Während immer mehr Raucher auf den Griff ins Zigarettenpäckli verzichten wollen, bleibt die Zahl der Konsumenten laut Suchtmonitoring Schweiz in den letzten Jahren jedoch insgesamt stabil. Laut BAG-Sprecherin Simone Buchmann heisst das nicht, dass die meisten Aufhörversuche scheitern. «Es wollen zwar mehr Leute aufhören, und ein Teil schafft es auch, gleichzeitig kommen aber immer neue Raucher hinzu und kompensieren die Abgänge.» Die Neueinsteiger seien vor allem Jugendliche unter 18 Jahren. (Symbolbild)

Während immer mehr Raucher auf den Griff ins Zigarettenpäckli verzichten wollen, bleibt die Zahl der Konsumenten laut Suchtmonitoring Schweiz in den letzten Jahren jedoch insgesamt stabil. Laut BAG-Sprecherin Simone Buchmann heisst das nicht, dass die meisten Aufhörversuche scheitern. «Es wollen zwar mehr Leute aufhören, und ein Teil schafft es auch, gleichzeitig kommen aber immer neue Raucher hinzu und kompensieren die Abgänge.» Die Neueinsteiger seien vor allem Jugendliche unter 18 Jahren. (Symbolbild)

Keystone/Yoshiko Kusano

Mehr als die Hälfte der Schweizer Raucher will ihr Laster loswerden. Das zeigt eine neue Umfrage des Bundesamts für Gesundheit (BAG). Im Vergleich zu 2011 ist das eine Zunahme von 11,4 Prozent. Aufhören wollen jene, die täglich konsumieren, aber auch die Gelegenheitsraucher.

Verena El Fehri, Direktorin der Tabakprävention Schweiz, führt dies auf die strengere Gesetzgebung wie etwa die grösseren Auflagen für Raucherbeizen zurück. «Raucher sind heute weniger sichtbar, und es ist heute die Norm, nicht zu rauchen.» Das führe dazu, dass immer mehr Raucher ihren Konsum hinterfragen. Mit neuen Werbespots versucht das BAG nun, noch mehr Raucher zum Rauchstopp zu animieren.

Neue Raucher ersetzen jene, die aufhören

Während immer mehr Raucher auf den Griff ins Zigarettenpäckli verzichten wollen, bleibt die Zahl der Konsumenten laut Suchtmonitoring Schweiz in den letzten Jahren jedoch insgesamt stabil. Laut BAG-Sprecherin Simone Buchmann heisst das nicht, dass die meisten Aufhörversuche scheitern. «Es wollen zwar mehr Leute aufhören, und ein Teil schafft es auch, gleichzeitig kommen aber immer neue Raucher hinzu und kompensieren die Abgänge.» Die Neueinsteiger seien vor allem Jugendliche und junge Erwachsene unter 20 Jahren.

Die Jungen sorgen nicht nur dafür, dass die Zahl der Raucher stabil bleibt. Sie sind auch weniger bereit, ihr Laster aufzugeben. Eine Auswertung nach Alter zeigt: Die wenigsten in der Gruppe der 15- bis 24-Jährigen wollen in den nächsten 30 Tagen aufhören. Die meisten geben an, «in den nächsten sechs Monaten» einen Versuch zu starten.

«Junge denken, rauchen sei nicht schlimm»

Buchmann führt das darauf zurück, dass viele zwar wüssten, dass sie ihrer Gesundheit schaden, den Rauchstopp aber lieber hinauszögerten. «Die Freude am Rauchen und der Coolness-Faktor sind in diesem Alter noch zu gross.» Der Raucheranteil bei den Jungen zwischen 20 und 34 Jahren ist laut Suchtmonitor Schweiz am höchsten. Bei der Gruppe der 25- bis 34-Jährigen rauchen 23,5 Prozent täglich.

«Jugendliche sind dem Passivrauch im Ausgang viel mehr ausgesetzt als Ältere und bekommen so auch durch die aggressive Werbung eher das Gefühl, es sei nichts Schlimmes dabei», sagt Christian Schwendimann von der Beratungsstelle Züri Rauchfrei. Verena El Fehri von der Tabakprävention sagt: «Viele Junge denken, dass sie nur eine kurze Episode in ihrem Leben rauchen werden, darum denken sie noch kaum ans Aufhören.»

«Rauchen ist ein erlaubter Genuss»

Der Wille, mit dem Rauchen aufzuhören, ist laut BAG-Studie bei den 35 bis 44-Jährigen am höchsten. «Wer Familie und Job hat, bekommt aus der Gesellschaft viel stärker die Rückmeldung, dass Rauchen nicht in Ordnung ist, darum wollen in diesem Alter mehr aussteigen», erklärt Schwendimann.

Gregor Rutz, SVP-Nationalrat und Präsident des Verbands der Tabakwarenhändler, hält nichts davon, die Raucher mit Kampagnen zum Ausstieg zu bekehren. «Man versucht, das Rauchen negativ darzustellen und den Konsumenten einen bestimmten Lebensstil aufzuzwingen.» Dies sei bei einem legalen Genussmittel ein störender Markteingriff. Rutz sagt: «Rauchen ist ein erlaubter Genuss, und erwachsene Menschen sind mündig, selber zu entscheiden, ob sie rauchen möchten oder nicht.»

Raucherentwöhnung mit E-Zigarette

Laut einer neuen Studie des Bundesamts für Gesundheit spielen E-Zigaretten neben anderen Hilfsmitteln wie Nikotinpflaster beim Rauchstopp eine immer grössere Rolle. 5,8% der Befragten nannten E-Zigaretten als Hilfsmittel bei ihrem letzten Aufhörversuch. Das BAG begrüsst diesen Trend: «E-Zigaretten sind 95 Prozent weniger schädlich als Zigaretten», sagt Sprecherin Simone Buchmann. «Wichtig ist, dass die Betroffenen vollständig auf E-Zigaretten umsteigen.» Natürlich sei es besser, wenn jemand ganz aufhöre, «aber wenn jemand nicht ohne Nikotin kann, ist eine E-Zigarette sicher die gesündere Option», sagt Buchmann.

Fitnesstrend hält nicht vom Rauchen ab

Laut der Umfrage bei Rauchern des Bundesamts für Gesundheit greift der Trend zu einer gesünderen Lebensweise und mehr Fitness beim Rauchen nicht. Nur 10,2 Prozent der Befragten gaben als Grund fürs Aufhören an, dass sie sich beim Sport nicht mehr Leistungsfähig fühlten. Christian Schwendimann von Züri Rauchfrei geht zwar davon aus, dass die meisten, die dem neuen gesunden Lebensstil nachgingen, ohnehin nicht rauchten. «Aber Widersprüche gibt es immer: Viele Junge merken dann wohl erst später bei gesundheitlichen Problemen, dass täglich ins Fitnessstudio gehen Rauchen nicht zusammengehen.»

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