Aktualisiert 15.02.2006 22:43

«Die Hälfte der Restaurants in der Stadt sind unnötig»

Die Stadtzürcher Wirte leiden unter der hohen Beizendichte. Jeder Fünfte hat 2005 das Küchentuch geworfen – ebensoviele Neue haben ihr Glück versucht.

Fast lückenlos reihen sich in der Stadt Zürich Würstli-Buden an Gault-Millau-Restaurants und Kebab-Stände an Zunftstuben. 1983 Lokale zählte die Limmatstadt Ende 2005 – also rund eines pro 180 Stadtbewohner. Im Laufe des vergangenen Jahres haben 400 Wirte aufgegeben. Die Lokale standen allerdings nie lange leer – 404 sind im gleichen Zeitraum eröffnet worden.

«Der Konkurrenzkampf ist erbarmungslos», klagt GastroZürich-Präsident Ernst Bachmann. Es gebe viel zu viele Restaurants. René Wilhelm, der seit über 30 Jahren die traditionelle Helvti am Stauffacher führt, sagt sogar: «Die Hälfte der Beizen in der Stadt sind unnötig.» Seit das Wirtepatent nicht mehr obligatorisch sei, könne jeder ein Lokal eröffnen.

Die Beizenflut spürt man auch beim Lebensmittelinspektorat der Stadt Zürich: «Obwohl es zahlenmässig nicht mehr Restaurants gibt, haben wir viel mehr zu tun», sagt Christina Weber, Leiterin Abteilung Gesundheitsschutz. Schwierig sei vor allem die Zusammenarbeit mit Branchenneulingen. Weber: «Da fangen wir mit der Aufklärung und Schulung jeweils wieder bei null an.»

Alexandra Roder

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