07.01.2016 15:32

Stones ab BetonDie härteste Platte der Welt

In einem Berliner Büro kommt die Musik nicht ab Vinyl, sondern ab Beton, der sich auf den Plattentellern dreht. Eine Weltpremiere.

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fee

Wenn der Berliner Ricardo Kocadag dieser Tage «(I Can't Get No) Satisfaction» von den Rolling Stones erklingen lässt, sollte man nicht nur hinhören, sondern auch ganz genau hinschauen. Denn der Materialforscher spielt den Song von einer Schallplatte ab, die nicht aus Vinyl, sondern aus Ultrahochleistungsbeton (UHPC, siehe Box) besteht.

Den ungewöhnlichen Tonträger hat Kocadag, der für die deutsche Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) arbeitet, selbst entwickelt. Er will damit zeigen, dass UHPC ein Material der Zukunft ist, wie er der «Berliner Zeitung» sagte. Es hat eine fünfmal so hohe Druckfestigkeit wie gängiger Beton und ist stabiler, weil er weniger Wasser aufnimmt. Zudem benötigt man dafür weniger Rohstoffe, was der Umwelt zugutekommt.

Stein als Medium

Dass er diese Botschaft ausgerechnet mithilfe einer Schallplatte kommuniziert, erklärt Kocadag damit, dass Stein schon immer ein Informationsmedium gewesen sei: «Erst gab es die Höhlenmalerei, dann kamen Hammer und Meissel und jetzt ist es die natürliche Weiterentwicklung, dass wir in der Lage sind, Daten auf Stein zu bringen.» Auch die Songauswahl sei so zu begründen.

So klingen die Stones vom Stein. (Video: BLN.FM)

Das steckt im Ultrahochleistungsbeton

UHPC ist ein Gemisch aus Zement, Gesteinskörnung, Zusatzstoffen, Zusatzmitteln und Wasser. Als Massenbaustoff ist er vielseitig einsetzbar für den Bau von Brücken oder Gebäuden.

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