Aktualisiert 10.06.2019 00:43

Energy Challenge

Die häufigsten Fehler beim Lüften

Zeitpunkt, Dauer, Fenster kippen Ja oder Nein: Das Lüftungsverhalten in Büros und Privatwohnungen verursacht nicht selten Streit. Dies müssen Sie beachten.

von
sts
Je nach Jahreszeit sowie Aussentemperaturen sind der richtige Zeitpunkt und die passende Dauer zum Lüften unterschiedlich.

Je nach Jahreszeit sowie Aussentemperaturen sind der richtige Zeitpunkt und die passende Dauer zum Lüften unterschiedlich.

Keystone/Sigi Tischler

Sowohl am Arbeitsplatz als auch zu Hause sorgt Lüften oftmals für hitzige Diskussionen: Wie lange sollen die Fenster geöffnet werden? Was bringt Stosslüften? Darf man das Fenster nicht einmal im Sommer gekippt lassen? Unten wird aufgezeigt, welche Fallen beim Lüften lauern.

1. Schlechtes Timing: Der richtige Zeitpunkt und die passende Dauer zum Lüften unterscheiden sich je nach Jahreszeit und Aussentemperaturen. Im Winter ist der Gehalt an Luftfeuchtigkeit meistens niedrig und der Luftaustausch erfolgt schneller als in wärmeren Monaten, weswegen die Schimmelgefahr gering ist. Es drohen aber Energieverluste durch zu lange geöffnete Fenster, wobei die Wärme der geheizten Zimmer nach draussen entflieht. Deswegen sollte bei tiefen Temperaturen kurz und intensiv gelüftet werden. Sogenanntes Stosslüften – das komplette Öffnen der gesamten Fensterflügel während fünf Minuten – ist empfohlen. Im Sommer darf das Lüften länger dauern: 20 bis 25 Minuten sind ideal, damit ein kompletter Luftaustausch stattfinden kann. Öffnen Sie die Fenster möglichst am frühen Morgen oder am späten Abend, wenn es draussen nicht so heiss ist. Nach dem Lüften sollten die Fenster wieder komplett geschlossen werden, damit die tagsüber warme Sommerluft nicht in das Haus eindringen kann. Im Frühling und Herbst herrscht Schimmelgefahr wegen des hohen Feuchtigkeitsgehalts in der Luft. Daher sollte in diesen Jahreszeiten mindestens dreimal am Tag zwischen zehn und 15 Minuten gelüftet werden.

2. Das Fenster kippen: Kippfenster kamen in der Schweiz in den 1960er-Jahren auf und in den darauffolgenden Jahrzehnten stiegen die Energieverluste aufgrund permanent gekippter Fenster massiv an. Im Winter entweicht durch das geöffnete Fenster zu viel warme Luft, während im Sommer die heisse Aussenluft in das Gebäude eindringt. Für die Sauerstoffversorgung ist es auch gar nicht nötig, das Fenster mehrere Stunden zu kippen. Wird abends richtig durchgelüftet, ist nachts kein offenes Fenster nötig für die Versorgung mit frischer Luft. Es gibt jedoch eine Ausnahme: Bei Aussentemperaturen zwischen 16 und 18 Grad Celsius dürfen Sie die Fenster abends bis in die frühen Morgenstunden gekippt lassen, da dies die empfohlene Schlafzimmertemperatur ist und die Aussenluft das Zimmer somit weder kühlt noch erwärmt.

3. Unabhängig vom Raumverwendungszweck lüften: Das richtige Lüftungsverhalten hängt stark von der Raumnutzung ab. Im Schlafzimmer sollten idealerweise maximal 18 Grad Celsius herrschen, während es in den übrigen Räumen zwei bis drei Grad Celsius mehr sein dürfen. Auch die Luftfeuchtigkeit spielt eine Rolle. Im Badezimmer und in der Küche gilt erst eine Raumluftfeuchte von 60 beziehungsweise 70 Prozent als zu hoch. Kochen und Duschen sorgen für einen Anstieg der Luftfeuchtigkeit und im Anschluss an diese Tätigkeiten sollte für einen raschen Luftaustausch quergelüftet werden. Das bedeutet, dass Sie zwei gegenüberliegende Fenster gleichzeitig öffnen und so Durchzug schaffen. Die feuchtigkeitsgeladene Luft aus Küche oder Bad wird nach draussen gezogen und trockenere Aussenluft kann in das Zimmer eindringen. Dies funktioniert allerdings nur, wenn die Luft draussen nicht genauso feucht und schwül ist wie die Zimmerluft. Weil Sie im Dachgeschoss im Sommer mit höheren Temperaturen rechnen müssen, ist die Raumluftfeuchtigkeit meist etwas tiefer und in diesen Räumen kann daher auch im Sommer am Tag gelüftet werden.

Energy Challenge 2019

Die Energy Challenge ist eine nationale Aktion von Schweizer Unternehmen mit Unterstützung von EnergieSchweiz. Ihr Ziel ist, Energie erlebbar zu machen und die Bevölkerung auf spielerische Weise zum Energiesparen anzuregen. 20 Minuten als Medienpartner beleuchtet die Themen Energieeffizienz und erneuerbare Energien mit Hintergrundberichten, Interviews sowie praktischen Tipps rund um Mobilität, Ernährung, Elektrogeräte, Reisen und energetisches Sanieren. Alle Informationen zur Energy Challenge 2019 und Wettbewerbe mit Preisen im Wert von insgesamt 200'000 Franken gibt es auf der offiziellen App für Android und iOS.

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