Aktualisiert 18.01.2017 18:10

Tödliche Sicherheit

Die Haie gehen ins Netz – Buckelwale leider auch

Die Netze vor Australien haben sich als Mittel gegen Hai-Attacken bewährt. Doch während sie Surfer und Schwimmer schützen, töten sie geschützte Tiere.

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Die Hainetze an den Stränden von Sydney und Umgebung haben in den vergangenen Monaten dreimal so viele andere Meerestiere getötet wie im Jahr davor.

Die Hainetze an den Stränden von Sydney und Umgebung haben in den vergangenen Monaten dreimal so viele andere Meerestiere getötet wie im Jahr davor.

Keystone/AP/Western Australia Government
Insgesamt gingen fast 750 Meerestiere ins Netz. 364 wurden dabei getötet. Ausser 133 Haien, die man tatsächlich schnappen wollte, waren darunter auch Buckelwale und Schildkröten. Und nicht nur das: Bei 86 Prozent der getöteten Tiere handelt es sich um geschützte Arten.

Insgesamt gingen fast 750 Meerestiere ins Netz. 364 wurden dabei getötet. Ausser 133 Haien, die man tatsächlich schnappen wollte, waren darunter auch Buckelwale und Schildkröten. Und nicht nur das: Bei 86 Prozent der getöteten Tiere handelt es sich um geschützte Arten.

Keystone/AP/Seaworld
Zur Verteidigung wird angeführt, dass seit Beginn des Programms an den geschützten Stränden nur 117-mal ein Hai gesichtet wurde und damit etwa 20-mal weniger als im Vorjahr. Im Bild die Hai-Attacke auf Surfer Mick Fanning vom 19. Juli 2015 vor Südafrika.

Zur Verteidigung wird angeführt, dass seit Beginn des Programms an den geschützten Stränden nur 117-mal ein Hai gesichtet wurde und damit etwa 20-mal weniger als im Vorjahr. Im Bild die Hai-Attacke auf Surfer Mick Fanning vom 19. Juli 2015 vor Südafrika.

Keystone/AP/World Surf League

Immer wieder kommt es an australischen Badestränden zu tödlichen Haiangriffen. Um das zu verhindern, wurden in den vergangenen Jahrzehnten in der Gegend um Sydney Hai-Netze installiert, die die Raubfische von der Küste fernhalten sollten.

Zwar gingen seither die Attacken deutlich zurück, aber der Preis dafür ist hoch, wie die Behörden des Bundesstaates New South Wales berichten. Denn nicht nur Haie geraten in die Netze, sondern auch andere Tiere. Und das mit oft tödlichen Folgen.

Grosse Ausbeute

Laut dem Bericht wurden im Jahr 2016 fast 750 Tiere gefangen. 364 davon starben. Ausser 133 Haien, die man tatsächlich schnappen wollte, waren darunter zum Beispiel auch Delfine und Schildkröten.

Die Netze an insgesamt 56 Stränden – der bekannteste davon ist der Bondi Beach in Sydney – gibt es bereits seit 1937. Tier- und Umweltschützer äussern immer wieder Kritik daran.

Geschützte Arten besonders betroffen

Nach Angaben der Behörden handelt es sich bei 86 Prozent der getöteten Tiere um geschützte Arten. Zur Verteidigung wird angeführt, dass es seit Beginn des Programms an den geschützten Stränden nur einen einzigen tödlichen Hai-Angriff gab.

Über das letzte Jahr hinweg wurde in der Region insgesamt 117-mal ein Hai gesichtet, etwa 20-mal weniger als im Vorjahr. Zudem wurden elf Angriffe registriert. Dabei wurden fünf Menschen schwer verletzt. (fee/sda)

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