Tierquälerei am Schwingfest? Das sagt ihr

Aktualisiert

Eidgenössisches Schwingfest«Abscheulich, wie das Tier gehalten wird!»

Siegermuni in Ketten: Ein Foto vom Eidgenössischen Schwingfest sorgt unter Tierschützer*innen für Entsetzen. Auch Mitglieder der Community sind über die Haltung des Stiers schockiert.

von
Gabriela Graber
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Der Siegermuni des Eidgenössischen Schwingfests sorgt für Aufregung: Angekettet und mit minimaler Bewegungsfreiheit wird er zur Schau gestellt. Gemäss Tierschützer*innen ist seine Haltung nicht tiergerecht. 

Der Siegermuni des Eidgenössischen Schwingfests sorgt für Aufregung: Angekettet und mit minimaler Bewegungsfreiheit wird er zur Schau gestellt. Gemäss Tierschützer*innen ist seine Haltung nicht tiergerecht. 

twitter/@SusanneSlo
Traditionsgemäss erhält der Sieger des Eidgenössischen Schwinger- und Älplerfest einen Stier als Preis geschenkt. 

Traditionsgemäss erhält der Sieger des Eidgenössischen Schwinger- und Älplerfest einen Stier als Preis geschenkt. 

ESAF Pratteln
 Aktivist und Präsident der Tierschutzorganisation «Basel Animal Safe» Olivier Bieli will nun gegen Lebendpreise vorgehen. Er plant eine stille Demonstration vor dem Festgelände. Diese wurde bisher noch nicht bewilligt. 

 Aktivist und Präsident der Tierschutzorganisation «Basel Animal Safe» Olivier Bieli will nun gegen Lebendpreise vorgehen. Er plant eine stille Demonstration vor dem Festgelände. Diese wurde bisher noch nicht bewilligt. 

privat

Darum gehts

  • «Magnus» hat nur wenig Freigang: Der Siegermuni des Eidgenössischen Schwinger- und Älplerfests ist mit nur geringer Bewegungsfreiheit angekettet.

  • Tierschützer*innen sind entsetzt und wollen gegen die Tradition der Lebendpreise demonstrieren.

  • In der 20-Minuten-Community herrschen geteilte Meinungen dazu.

«Die Haltung des Tieres ist ganz klar haarsträubend. So wie der Stier angekettet ist, kann er sich nicht drehen, nach hinten schauen, kratzen oder eine lästige Fliege vom Rücken verscheuchen», sagt Olivier Bieli von der Organisation «Basel Animal Save». Ein Foto des Siegermunis «Magnus» sorgt unter Tierschützenden für Entsetzen. Darauf ist der Lebendpreis des Eidgenössischen Schwinger- und Älplerfests in Ketten zu sehen – der nur minimalen Bewegungsspielraum zu haben scheint. Nun will Bieli gegen Lebendpreise demonstrieren. 20-Minuten-Leser*innen entrüsten sich – über die Haltung des Munis, aber auch über den Aufschrei der Tierschützenden. 

«Ihre Besitzer sind rücksichhtslos!»

«Das gehört sich einfach nicht. Tiere gehören nicht angekettet. Ihre Besitzer sind völlig rücksichtslos!», schreibt User Bernaelgrande. «Ein schreckliches Bild – wirklich abscheulich und nicht tiergerecht», findet auch schneehuhn.

Wenn der Muni täglich bewegt und betreut würde, wäre die Kette nicht so schlimm, so dagegen User Futu: «Aber den ganzen Tag allein?» Auch QuNils ist der Ansicht, dass der Muni als Herdentier in der Herde gehalten werden müsse. Sonst leide das Tier. «Alte Bräuche werden von der Gesellschaft zunehmend abgelehnt, wenn sie nicht mehr zeitgemäss sind», so QuNils.

«Ich bin mir sicher, dass alles gemacht wird, damit sich die Tiere wohlfühlen»

«Immer haben diese selbsternannten Tierschützer etwas zu motzen!», sagt User Gambetta. Er und zahlreiche andere Leser*innen finden den Aufschrei der Tierschützer*innen übertrieben. «Es ist eine langjährige Tradition, dass der Siegermuni und andere Lebendpreise zur Schau gestellt werden. Bestimmt wird alles dafür getan, damit sich die Tiere wohlfühlen», so Reto60ch. User Haschgi hingegen denkt: «Wir haben andere Probleme in der Schweiz.»

Ist das Tierquälerei? 

«Der Muni hat optimale Bewegungsfreiheit»

Einige Mitglieder der Community behaupten, sich mit der Haltung von Stieren auszukennen – und gehen nicht davon aus, dass der angekettete Muni leidet: «Sicher wäre für ihn die freie Weidehaltung in der Gruppe angenehmer, aber grossen Schaden wird er an dem Event nicht davontragen», so User Tollkirsche.

«Hat hier niemand einen Anbindestall von innen gesehen? Das sind keine Ketten, sondern normale Anbindevorrichtungen auf diesem Bild», so Zamina. Ob ein Muni als Preisgeld an einen solchen Anlass gehöre, sei zwar fraglich, aber das Thema werde völlig dramatisiert.

Auch User Zerschmetterling gibt an, vom Fach zu sein: «Der Muni ist mit einem bequemen Halfter und einem Halsband an einer höhenbeweglichen Kette angebunden. Das Gewicht der Kette ist notwendig, damit sie sich immer ideal in der Höhe anpassen kann. Dieser Muni hat den Umständen entsprechend optimale Bewegungsfreiheit.»

Die obenstehenden Aussagen sind Meinungen von Leser*innen und entsprechen nicht zwingend dem aktuellen Stand der Wissenschaft.

Du weisst von einem Tier in Not?

Hier findest du Hilfe:

Feuerwehr, Tel. 118 (Tierrettung)

Polizei, Tel. 117 (bei Wildtieren)

Tierrettungsdienst, Tel. 044 211 22 22 (bei Notfällen)

Schweizerische Tiermeldezentrale, wenn ein Tier entlaufen/zugelaufen ist

Stiftung für das Tier im Recht, für rechtliche Fragen

GTRD, Grosstier-Rettungsdienst, Tel.  079 700 70 70 (Notruf)

Schweizerische Vogelwarte Sempach, für Fragen zu Wildvögeln, Tel. 041 462 97 00


Tierquälerei:

Meldung beim kantonalen Veterinäramt oder beim Schweizer Tierschutz (anonym möglich)

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