Nahost-Konflikt: Die Hamas ist in Geldnot

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Nahost-KonfliktDie Hamas ist in Geldnot

Die im Gazastreifen herrschende Hamas steckt in einer Finanzklemme. Zum Teil können die Löhne nicht mehr ganz ausbezahlt werden.

Die Löhne und Gehälter für 32 000 Mitarbeiter in der Verwaltung und den Sicherheitskräften können nicht vollständig ausgezahlt werden. Danach werden alle Auszahlungen auf den Mindestlohn von 1500 Schekel (rund 430 Franken) begrenzt, teilte der Direktor der Finanzbehörde, Isamil Mahfus, am Montag in Gaza mit.

Die radikal-islamische palästinensische Organisation Hamas hat im Juni 2007 nach einem blutigen Putsch die Kontrolle im Gazastreifen übernommen. Nach ihren Angaben wird das Budget zu 90 Prozent aus Spenden sowie Auslandsüberweisungen bestritten.

Schuld ist der Boykott von Israel

Die restlichen zehn Prozent machen vor allem Steuern auf Waren aus, die durch Tunnel von Ägypten aus in den Gazastreifen geschmuggelt werden. Die Hamas macht für die Krise vor allem einen von Israel und dem Westen verhängten Boykott verantwortlich. Nach Gerüchten im Gazastreifen haben jedoch Sponsoren aus den Golfstaaten sowie dem Iran die Überweisungen gedrosselt. Darüber hinaus berichten Tunnelbesitzer, dass sie seit Jahresanfang weniger Waren in den Gazastreifen schmuggeln konnten. Schuld daran sei ein härteres Vorgehen ägyptischer Sicherheitskräfte gegen Schmuggler.

Israel hat die rund 1,5 Millionen Palästinenser im Gazastreifen nahezu vollständig von der Aussenwelt abgeriegelt. Als Grund dafür gibt Israel die Entführung des Soldaten Gilad Schalit im Juni 2006 sowie den fortwährenden Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen an. (sda)

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