Aktualisiert 01.07.2015 09:26

Prominenter Zuzüger

Die Herrliberger fürchten Fans des CS-Chefs Thiam

Tidjane Thiam, der zukünftige Chef der CS, hat in Herrliberg ein Haus gekauft. Viele im Dorf freuts, es gibt aber auch Bedenken vor einem Fan-Auflauf.

von
hae
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Goldküsten-Gemeinde: Der neue CS-Chef Tidjane Thiam ist nun Herrliberger.

Goldküsten-Gemeinde: Der neue CS-Chef Tidjane Thiam ist nun Herrliberger.

Gemeinde Herrliberg
Der 52-jährige Ivorer ist ab dem 1. Juli CS-Konzernchef. Kurz zuvor war er am Schalter der Einwohnerkontrolle Herrliberg, um sich anzumelden.

Der 52-jährige Ivorer ist ab dem 1. Juli CS-Konzernchef. Kurz zuvor war er am Schalter der Einwohnerkontrolle Herrliberg, um sich anzumelden.

Keystone/Gaetan Bally

Ab dem 1. Juli ist Tidjane Thiam der neue Konzernchef der Credit Suisse. Als Chef einer Schweizer Firma ist ein Wohnsitz in der Schweiz von Vorteil. Nun hat sich der 52-Jährige entschieden – für die Gemeinde Herrliberg. Dort hat der Ivorer vor Kurzem ein Haus gekauft, berichtet die «Zürichsee-Zeitung».

Der prominente Zuzüger hat sich gar persönlich am Schalter der Einwohnerkontrolle blicken lassen: «Ja, er war hier», sagt Gemeindepräsident Walter Wittmer. Auch wenn man es sich in der Gemeinde gewohnt sei, dass bekannte Persönlichkeiten zuziehen würden, sei die Freude gross wegen Thiams Entscheidung für Herrliberg: «Es ist ebenso gut für den Kanton Zürich, dass solche Personen nicht in steuergünstigere Kantone abwandern und in der Region Zürich bleiben.»

Neuzuzüger-Event mit Thiam?

Der Herrliberger Gemeindeschreiber Pius Rüdisüli stösst ins gleiche Horn: «Alle Zuzüger sind bei uns willkommen.» Ihm sei bewusst, dass viele solcher Persönlichkeiten den Schutz ihrer Privatsphäre schätzten und deswegen in die Goldküsten-Gemeinde zögen. Deshalb gebe er auch seine genaue Adresse nicht bekannt. Ob Thiam am Dorfleben teilnehmen werde, ist laut Rüdisüli schwierig zu sagen. Er ist gespannt, ob Thiam etwa zum Neuzuzüger-Event kommt.

Auch die Einwohner freuen sich über den Neu-Herrliberger: «Ich finde es toll, wenn sich jemand für Herrliberg als Wohnort entscheidet», sagt etwa Karin Rindlisbacher. Die stellvertretende Geschäftsführerin des Volg-Dorfladens, Ursula Zwyssig, hofft, dass er bei ihr im Laden einkauft: «Ich werde ihn dann freundlich grüssen.»

«Wollen unseren Frieden»

Doch nicht alle sind so begeistert: «Wahrscheinlich werden wir ihn kaum bemerken, genauer gesagt, ihn überhaupt im Dorf sehen», sagt etwa Ken Bernheim. Vor allem bereitet einer Herrlibergerin ein möglicher Auflauf von Neugierigen und Fans Sorgen: «Wir haben hier unseren Frieden und wollen, dass das auch so bleibt.»

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