Aktualisiert 13.01.2015 07:38

Unehrliche Staatschefs«Die Heuchlerparade von Paris»

Die Massen gingen am Sonntag in Paris für die Redefreiheit auf die Strasse – auch etliche Staatschefs waren dabei. Doch unter ihnen befanden sich einige schwarze Schafe.

von
cho
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Jordaniens König Abdullah(Mitte): Er verurteilte im Februar 2014 einen Journalisten zu 15 Jahren Arbeitslager, nachdem dieser schwere Vorwürfe gegen ihn erhoben hatte, wie die «Jerusalem Post» berichtete.

Jordaniens König Abdullah(Mitte): Er verurteilte im Februar 2014 einen Journalisten zu 15 Jahren Arbeitslager, nachdem dieser schwere Vorwürfe gegen ihn erhoben hatte, wie die «Jerusalem Post» berichtete.

Keystone/Yoan Valat
Ahmet Davutoglu: Der türkische Minister lief am Sonntag an vorderster Front der «Je suis Charlie»-Bewegung, doch in keinem anderen Land wurden 2013 mehr Journalisten verhaftet als in der Türkei, berichtet der «Guardian».

Ahmet Davutoglu: Der türkische Minister lief am Sonntag an vorderster Front der «Je suis Charlie»-Bewegung, doch in keinem anderen Land wurden 2013 mehr Journalisten verhaftet als in der Türkei, berichtet der «Guardian».

AFP/Adem Altan
Ägyptischer Minister Sameh Shoukry: In Ägypten sind mehrere Journalisten im Gefängnis. Ein Reporter aus Australien und zwei Kollegen vom TV-Sender Al-Jazeera sitzen seit einer Reportage im Gefängnis. Sie wurden zu sieben bzw. zehn Jahren Haft verurteilt.

Ägyptischer Minister Sameh Shoukry: In Ägypten sind mehrere Journalisten im Gefängnis. Ein Reporter aus Australien und zwei Kollegen vom TV-Sender Al-Jazeera sitzen seit einer Reportage im Gefängnis. Sie wurden zu sieben bzw. zehn Jahren Haft verurteilt.

Keystone/Khaled Elfiqi

Paris stand am Sonntag ganz im Zeichen der «Je suis Charlie»-Bewegung. Über 1,5 Millionen Menschen gingen für die Redefreiheit und gegen den Terror auf die Strasse. Daneben zeigten sich auch viele Staatsoberhäupter oder Repräsentanten ihrer Länder beim Gedenkmarsch.

Unter den Spitzenpolitikern befanden sich bekannte Gesichter wie der italienische Regierungschef Matteo Renzi und der britische Premierminister David Cameron. Auch Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga liess es sich nicht nehmen, in der ersten Reihe mitzulaufen und ging zwischen Jordaniens König Abdullah und dem türkischen Minister Ahmet Davutoglu die Strasse entlang.

Vorwurf: Heuchelei

Rund um den Gedenkmarsch trafen auch Regierungsvertreter aufeinander, die sonst eher auf Abstand gehen, wie etwa Israels Premier Benjamin Netanjahu und Palästinas Präsident Mahmoud Abbas oder Russlands Aussenminister Sergei Lawrow und der ukrainische Präsident Petro Poroschenko. Der französische Staatspräsident François Hollande führte die Reihe der Crème de la Crème der Weltpolitik neben Bundeskanzlerin Angela Merkel an.

Die Spitzenpolitiker bildeten eine breite Reihe und liefen Arm in Arm mehrere Meter ab der Place de la République die Demonstrationsroute entlang. Alle mit demselben Ziel: Sie sprachen sich für die Redefreiheit und gegen den Terrorismus aus. Doch wer genau hinsah, dem fielen einige Unstimmigkeiten auf.

Denn einige dieser Regierungschefs oder Minister gelten als schwarze Schafe, wenn es um die Umsetzung der Redefreiheit im eigenen Land geht. Dies ist auch Twitter-Nutzer Daniel Wickham aufgefallen. Der junge Londoner hat auf Twitter eine Liste der Staatsoberhäupter und Repräsentanten veröffentlicht, die zeigt, dass viele der Spitzenpolitiker Feinde des freien Wortes sind. In der Bilderstrecke finden Sie einige Beispiele, die gesamte Liste finden Sie hier.

Reaktionen auf Twitter

Auf sozialen Netzwerken sorgte die Diskussion um die Teilnehmer der Demonstration zum Teil für heftige Reaktionen.

Auch der bekannte Medien-Professor Vinzenz Wyss teilte die Liste.

Andere Twitter-Nutzer fanden die Diskussion deplatziert.

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