Simbabwe: «Die heutige Wahl ist ein Betrug»

Aktualisiert

Simbabwe«Die heutige Wahl ist ein Betrug»

Die EU-Kommission hat den simbabwischen Präsidenten Robert Mugabe in einer ungewöhnlich scharfen Reaktion Wahlbetrug vorgeworfen.

«Die heutige Wahl ist ein Betrug», sagte eine Kommissionssprecherin am Freitag in Brüssel.

Die Europäische Kommission betrachte die Stichwahl um das Präsidentenamt ebenso wie die UNO als «nicht gültig», sagte sie weiter. Das Ergebnis der «sogenannten Wahl» könne nur «hohl und bedeutungslos» sein.

Italiens Aussenminister Franco Frattini schlug am Freitag am G8- Treffen in Kyoto Beratungen der EU über einen Abzug der EU- Botschafter aus Harare vor.

Tsvangirai: «Volk zur Wahl gezwungen»

Mugabe ist bei der Stichwahl in Simbabwe der einzige Kandidat. Oppositionsführer Morgan Tsvangirai hatte die erste Runde Ende März gewonnen, aus Protest gegen die gewaltsame Unterdrückung seiner Anhänger aber seinen Verzicht auf eine Teilnahme an der zweiten Runde erklärt.

«Das ist ein Ein-Mann-Rennen, es ist null und nichtig», sagte Tsvangirai am Freitag dem südafrikanischen Radiosender SAFM. Obwohl sein Name weiterhin auf den Wahlzetteln erscheine, sei jede Stimme für ihn ungültig. «Die Leute werden gegen ihren Willen und gegen ihr Gewissen zur Wahl gezwungen», sagte der Oppositionsführer.

Ungeachtet der Proteste gab Mugabe am Freitag im vornehmen Viertel Highfield der Hauptstadt Harare seine Stimme ab. «Ich fühle mich gut in Form und bin sehr optimistisch», sagte der 84-Jährige.

(sda)

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