Smartwatch-Schwemme: Die IFA wird zur Uhrenmesse

Aktualisiert

Smartwatch-SchwemmeDie IFA wird zur Uhrenmesse

Auf der Elektronikmesse IFA in Berlin zeigen zahlreiche Hersteller ihre neusten Smartwatches. Mit der Gear S kommt ein erstes Modell mit integrierter SIM-Karte.

von
F. Raymann
Berlin

Anders als die meisten anderen Smartwatches funktioniert Samsungs Gear S auch ohne gekoppeltes Smartphone. Mit eingesteckter SIM-Karte lassen sich mit der Handyuhr E-Mails-versenden, Online-Apps verwenden, oder man kann telefonieren.

Im ersten Test funktioniert die Gear S gut und lässt sich dank des grossen, gebogenen OLED-Displays gut bedienen. Rein optisch ist die Uhr am Handgelenk zwar etwas überdimensioniert. Doch lassen sich auf dem gekrümmten 2-Zoll-Display sämtliche Anzeigen gut ablesen.

Die Gear S arbeitet mit dem Betriebssystem Tizen und ist mit 20 verschiedenen Samsung-Geräten kompatibel. Laut Samsung soll es mittlerweile 1000 Apps geben, die mit der Uhr genutzt werden können. Neben den Sport-Funktionen, die die Uhr beherrscht, hat sie auch einen Sensor, der die UV-Strahlung misst, um damit seine Träger vor zu viel Sonneneinstrahlung zu warnen. Die Gear S wird ab Oktober erhältlich sein, ein Preis ist noch nicht bekannt. Als Variante gibt es die Smartwatch auch in einer Edel-Ausführung mit Swarovski-Kristallen im Armband.

Schnelle Smartwatch-Entwicklung

Anders als bei den Smartphones, bei denen jährlich ein neues Gerät auf den Markt kommt, ist die Entwicklung bei den smarten Uhren zurzeit deutlich schneller. Innerhalb eines Jahres haben Hersteller wie Samsung oder LG gleich mehrere neue Modelle vorgestellt. Vielleicht möchte man bereits mit der 3. oder 4. Uhren-Generation gewappnet sein, wenn Apple mit seinem ersten Smartwatch-Modell ins Rennen steigt.

Neben Motorola mit der runden Moto 360 ist auch HTC mit zwei Smartwatches an der IFA. Sonys neuste Smartwatch, das Modell 3 SWR50, hat ebenfalls ein 1,6-Zoll-Display, eine GPS-Funktion und einen Mediaplayer mit 4 Gigabyte internem Speicher. Damit ist es möglich, auch ohne Verbindung zum Smartphone unterwegs Musik zu hören. Ebenfalls kann die Lifelog-App aktiviert werden, die wie ein digitales Tagebuch sämtliche Bewegungen und Aktivitäten aufzeichnet. Bei einer Synchronisation mit dem Smartphone werden die Daten im eigenen Account gespeichert.

Fitnessfunktionen und neue Designs

Sehr schick zeigt sich die neue ZenWatch von Asus. Die Uhr ist relativ dünn, hat ein Leder-Armband und ein Amoled-Display, das mit 1,6 Zoll etwas kleiner ist als jenes der Samsung-Uhr. Die Uhr läuft mit Android Wear und unterstützt die Spracheingabe zur Bedienung des Geräts. Allerdings ist diese vorerst nur in Englisch und danach in Chinesisch verfügbar.

Bereits im Vorfeld der IFA hat LG seine zwei runden Smartwatches vorgestellt. Die G Watch R ist wasserdicht, hat einen Luftdruck- und einen Pulsmesser. Aussergewöhnlich ist ihre runde Form. Ein rundes OLED-Display zeigt wahlweise Apps oder das virtuelle Analog-Ziffernblatt an.

Bisher zeigen sich die neuen smarten Uhren als weiterer Schritt in Richtung von einfach bedienbaren und funktionalen Gadgets. Ob die Smartwatches wirklich Erfolg haben werden - also zu Geräten werden, die zwar niemand wirklich braucht, aber jeder haben möchte -, muss sich erst noch zeigen.

Weil die Vögel es nicht von den Dächern zwitschern

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