15.09.2020 08:16

Chlorothalonil in Zürich Grenzwerte in vielen Gemeinden überschritten

Das Grundwasser ist in mehren Kantonen durch Pflanzenschutzmittel-Abbauprodukte stark verunreinigt. Am Dienstag informierte der Kanton über die Wasserqualität in den Zürcher Gemeinden.

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 Am Dienstag informiert der Kanton über die Wasserqualität in den Zürcher Gemeinden.

Am Dienstag informiert der Kanton über die Wasserqualität in den Zürcher Gemeinden.

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80 Prozent des Trinkwassers in der Schweiz werden aus Grundwasser gewonnen. Es gilt für Chlorothalonil ein Höchstwert von 0,1 Mikrogramm pro Liter. Dieser wird vielerorts überschritten. 

80 Prozent des Trinkwassers in der Schweiz werden aus Grundwasser gewonnen. Es gilt für Chlorothalonil ein Höchstwert von 0,1 Mikrogramm pro Liter. Dieser wird vielerorts überschritten.

Archivbild Wasserreservoir der Stadt Zürich)Keystone/GAETAN BALLY
Fungizide mit dem Wirkstoff Cholorothalonil wurden seit den 1970er-Jahren grosszügig auf Schweizer Äckern versprüht. Seit Anfang diesen Jahres ist der Einsatz von Cholorothalonil verboten. (Symbolbild)

Fungizide mit dem Wirkstoff Cholorothalonil wurden seit den 1970er-Jahren grosszügig auf Schweizer Äckern versprüht. Seit Anfang diesen Jahres ist der Einsatz von Cholorothalonil verboten. (Symbolbild)

KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER

Darum gehts

  • Laut dem Bundesamt für Umwelt ist das Grundwasser in 12 Kantonen durch Pflanzenschutzmittel-Abbauprodukte stark verunreinigt.
  • Der Bund hatte im Mai Chlorothalonil als «wahrscheinlich krebserregend» bezeichnet.
  • Am Dienstag informierte der Kanton über die Wasserqualität in den Zürcher Gemeinden.

Im Kanton Zürich haben zwanzig Prozent der Trinkwasser-Verteilnetze zu hohe Werte an Chlorothalonil-Rückständen. Dieses Wasser zu trinken ist gemäss Kanton aber ungefährlich, weil der Grenzwert von 0,1 Mikrogramm pro Liter sehr tief angesetzt ist.

«Das Trinkwasser im Kanton Zürich ist von guter Qualität. Es kann bedenkenlos getrunken werden», sagte Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli (SVP) am Dienstag vor den Medien. Die Menge an Chlorothalonil-Rückständen im Trinkwasser entspreche einem Würfelzucker verteilt auf zwölf olympische Schwimmbecken.

Die Verunreinigung stamme von Pflanzenschutzmitteln aus der Landwirtschaft und der Gärtnerei. Mit dem Finger zu zeigen und Schuldige zu suchen, sei aber nicht zielführend, sagte Rickli. Die Bauern hätten lediglich Mittel verwendet, die zugelassen gewesen seien.

Der Einsatz des wahrscheinlich krebserregenden Fungizid-Wirkstoffs Chlorothalonil ist seit Anfang dieses Jahres verboten. Der Wirkstoff wurde seit den 1970er Jahren grossflächig in der Schweizer Landwirtschaft eingesetzt. In mehr als der Hälfte der Kantone ist die Grundwasser-Qualität heute deswegen erheblich beeinträchtigt.

Grundwasser ist nicht gleich Trinkwasser

Grundwasser sei aber nicht gleich Trinkwasser, sagte Baudirektor Martin Neukom (Grüne). Das Trinkwasser setze sich zusammen aus mehreren Quellen. Durch Mischen des Wassers könnten die Werte tief gehalten werden. In den Seen etwa sei die Konzentration der Chlorothalonil-Rückstände gering.

Dass bei 60 Prozent des untersuchten Zürcher Grundwassers der Grenzwert von 0,1 Mikrogramm überschritten werde, sei kein Grund zum Alarmismus. Die Überschreitungen seien oft nicht erheblich.

Klar sei aber, dass man etwas tun müsse. «Solche Stoffe haben im Wasser nichts verloren.» Allerdings könne man eine Reduktion im Grundwasser nur durch Prävention erreichen. Wenn die Pestizide erst mal im Wasser seien, kriege man diese nur schwierig wieder raus.

(mon, SDA)

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65 Kommentare
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Sepp

16.09.2020, 10:27

Im Trinkwasser sind auch wegen zu vielen Menschen, Stoffe drin, die dort nicht rein gehören.

QAnon

15.09.2020, 12:05

Schockierend: Die umfangreiche Metastudie des National Bureau of Economic Research (NBER), eine der interdisziplinären Top-Forschungseinrichtungen der USA, wurde umfassend wiederlegt! Es handelt sich dabei nur um eine billige Geldmacherei auf Kosten des Mittelstandes (das Institut verdient an der medialen Aufmerksamkeit). Schaut euch die entsprechenden Videos auf YouTube an!

iisi

15.09.2020, 11:52

Jedes Jahr steigen so und so viele Bauern auf Bio um. Und trotzdem sind in unseren Gewässern immer noch Giftstoffe...?