Wegen Ferien und Angst vor Nebenwirkungen - Die Impfbereitschaft nimmt in der ganzen Schweiz ab
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Wegen Ferien und Angst vor NebenwirkungenDie Impfbereitschaft nimmt in der ganzen Schweiz ab

In vielen Kantonen melden sich immer weniger Personen für Impftermine an. «Letzte Woche haben wir 10'000 Leute pro Tag geimpft, jetzt sind es noch 5000», heisst es in Zürich.

von
Noah Knüsel
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Auch andere Kantone berichten von sinkender Impfbereitschaft: «Wir beobachten grundsätzlich die gleiche Entwicklung wie der Kanton Schwyz», sagt etwa Adrian Zurfluh, Sprecher des Covid-19-Sonderstabs des Kantons Uri.

Auch andere Kantone berichten von sinkender Impfbereitschaft: «Wir beobachten grundsätzlich die gleiche Entwicklung wie der Kanton Schwyz», sagt etwa Adrian Zurfluh, Sprecher des Covid-19-Sonderstabs des Kantons Uri.

REUTERS
Und beim Kanton Zürich heisst es: «Letzte Woche waren es noch über 10'000 Erstimpfungen pro Tag, jetzt sind es noch rund 5000.»

Und beim Kanton Zürich heisst es: «Letzte Woche waren es noch über 10'000 Erstimpfungen pro Tag, jetzt sind es noch rund 5000.»

20min/Simon Glauser
 Viele Kantone versuchen nun, mit Informationskampagnen der abnehmenden Impfbereitschaft entgegenzuwirken. Und in Schwyz fährt ein Impfbus durch den ganzen Kanton.

Viele Kantone versuchen nun, mit Informationskampagnen der abnehmenden Impfbereitschaft entgegenzuwirken. Und in Schwyz fährt ein Impfbus durch den ganzen Kanton.

20min/Celia Nogler

Darum gehts:

  • Schweizweit nimmt die Impfbereitschaft ab.

  • Die Kantone versuchen, mit Informationskampagnen entgegenzuwirken.

  • Infektiologe Andreas Cerny sieht zwei Ursachen: die Ferienzeit und die Angst vor Nebenwirkungen.

In Schwyz sinkt die Nachfrage nach Impfterminen stark: Pro Tag gebe es im Moment nur noch 20 Neuanmeldungen, wie der Kanton am Donnerstag mitteilte. Für Kantonsapothekerin Regula Willi ist das ein Problem: Wenn die Impfquote so tief bleibe, könne Schwyz wieder zum Corona-Hotspot werden.

Auch andere Kantone berichten von sinkender Impfbereitschaft: «Wir beobachten grundsätzlich die gleiche Entwicklung wie der Kanton Schwyz», sagt etwa Adrian Zurfluh, Sprecher des Covid-19-Sonderstabs des Kantons Uri. Mittlerweile hätten die Impfzentren nur noch an drei Werktagen offen. Und beim Kanton Zürich heisst es: «Letzte Woche waren es noch über 10'000 Erstimpfungen pro Tag, jetzt sind es noch rund 5000.»

Kampagnen und Impfbus

In der Ostschweiz und der Romandie melden sich ebenfalls immer weniger Personen für die Impfung an. Viele Kantone versuchen nun, mit Informationskampagnen der abnehmenden Impfbereitschaft entgegenzuwirken: «Wir werden gezielt verschiedene Altersgruppen ansprechen», sagt etwa Aurel Köpfli von der Zuger Gesundheitsdirektion. Und in Schwyz fährt ein Impfbus durch den ganzen Kanton.

Es sei wichtig, eine hohe Impfquote zu erreichen, betont Tobias Bär von der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektoren: «Dies gerade im Hinblick auf die sich ausbreitende Delta-Variante.»

«Im Moment lohnt es sich für viele nicht»

Infektiologe Andreas Cerny sieht eine Ursache für die sinkende Impfbereitschaft in der momentan guten epidemiologischen Lage. «Man macht eine Kosten-Nutzen-Abwägung», sagt er. Für viele sei die Ansteckungsgefahr im Moment sehr klein, gleichzeitig höre man oft von Nebenwirkungen der Impfung: «Darum kommen viele Einzelpersonen zum Schluss, dass sich das Impfen gerade nicht lohnt.»

Einen Einfluss könnte laut Cerny auch die Ferienzeit haben: «Viele wollen jetzt erst einmal abschalten, den Sommer geniessen und sich nicht mit Impf-Nebenwirkungen herumschlagen.» Er vermutet, dass die Impfbereitschaft nach den Ferien wieder zunehme. Für ihn bleibt zudem zentral, über die Impfung zu informieren: «Gerade, weil auf Social Media so viele Fake News dazu verbreitet werden.»

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