Huawei Mate 9: Die interessanteste Handy-Kamera des Jahres
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Huawei Mate 9Die interessanteste Handy-Kamera des Jahres

Mit dem Mate 9 rundet Huawei das Jahr ab. Hobbyfotografen werden im Smartphone mit der neuen Leica-Dualkamera einen treuen Begleiter finden.

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tob

Das Mate 9 wird es Ende Jahr bei uns zusätzlich auch im Porsche-Design mit besserem Bildschirm und mehr Speicher zu kaufen geben. (Video: 20 Minuten)

Mit dem P9 hat der Hersteller Huawei im Frühling ein Handy auf den Markt gebracht, das eine aussergewöhnliche Kamera hat. Zusammen mit dem Traditionsunternehmen Leica wurde für das Gerät eine Dualkamera entwickelt, die weitherum gelobt wurde.

Dass sich Huawei nicht auf seinen Lorbeeren ausruht, beweisen die Chinesen mit dem neusten Wurf – dem XXL-Handy Mate 9. Im Gerät steckt eine Weiterentwicklung der Dualkamera des P9. Neu sind die Linsen nicht mehr horizontal, sondern vertikal auf der Rückseite angeordnet.

Hingucker: Monochrom-Modus

Bei guten Lichtverhältnissen kann das Mate 9 mit der Konkurrenz locker mithalten. Zudem hat Huawei ein Ass im Ärmel, das die Dualkamera zur aktuell interessantesten Handycam auf dem Markt macht. Denn damit lassen sich, wie schon mit dem P9, echte Schwarz-Weiss-Fotos schiessen. Was das bringt? Allgemein haben Handys bei schlechten Lichtverhältnissen Mühe, gute Fotos zu liefern.

Mit dem Mate 9 gelingt aber auch unter schlechten Bedingungen noch ein gutes Schwarz-Weiss-Bild. Dabei liefert der Monochrom-Sensor neu sogar eine Auflösung von 20 Megapixeln statt wie bisher 12. Zudem ist ein Handy mit Monochrom-Modus ein Hingucker. Auf keine andere Funktion wurde der Autor während des Tests mehr angesprochen.

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Besonders bei sehr schlechten Lichtverhältnissen kann der Monochrom-Sensor im Mate 9 seine Vorzüge ausspielen.

Besonders bei sehr schlechten Lichtverhältnissen kann der Monochrom-Sensor im Mate 9 seine Vorzüge ausspielen.

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Dann gelingen auch noch Schnappschüsse, ....

Dann gelingen auch noch Schnappschüsse, ....

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... die im RGB-Modus nicht möglich wären.

... die im RGB-Modus nicht möglich wären.

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Wo solls scharf sein?

Die Dualkamera erlaubt es auch, Fotos zu machen, die ein Objekt im Vordergrund scharf und den Hintergrund unscharf wirken lassen. Apple hat mit dem neuen Porträt-Modus für das iPhone 7 Plus etwas Ähnliches eingeführt. Andere Hersteller wie etwa HTC hatten schon früher mit ähnlichen Funktionen experimentiert.

Wirklich makellos hat diesen Effekt bisher keiner der genannten Hersteller umgesetzt. Bei Huawei hat man aber im Gegensatz zu Apple den Vorteil, dass man den Fokuspunkt auch nach dem Auslösen setzen kann. Im Test klappte das nicht immer zuverlässig. Mit Software-Updates können hier aber alle Hersteller nachbessern.

Und sonst so?

Abseits der Kamera kann das Mate 9 besonders beim Akku punkten. Der ist im XXL-Handy mit 4000 mAh ebenfalls XXL. Zum Vergleich: Im Galaxy S7 Edge von Samsung steckt ein Akku mit 3600 mAh, im iPhone 7 Plus einer mit 2900 mAh. So schafft das Mate 9 tatsächlich zwei Tage Laufzeit, wie es der Hersteller angibt.

Zudem hat man die Möglichkeit zwei SIM-Karten zu nutzen. Das dürfte vor allem für Leute, die viel reisen, spannend sein. Huawei bietet in diesem Zusammenhang sogar die Möglichkeit, einzelne Apps zu klonen. So kann beispielsweise Whatsapp mit beiden SIM-Karten gleichzeitig genutzt werden.

Der Haken: Stecken zwei SIM-Karten im Gerät, kann der Speicherplatz nicht per SD-Karte erweitert werden. Zum Glück ist Huawei nicht knausrig und hat standardmässig 64 GB verbaut. Unschön: Der Bildschirm löst nur mit HD auf, also geringer als beim Grossteil der Konkurrenz. Auch ist das Mate 9 nicht wasserfest.

Das Fazit

Mit dem Mate 9 bringt Huawei ein Handy auf den Markt, das die Konkurrenz zittern lässt. Für 699 Franken steckt viel Technik in dem 5,9 Zoll grossen Gerät. Die Dualkamera, der Monochrom-Sensor und der manuelle Modus dürfte sicher Hobbyfotografen ansprechen.

«In zwei Jahren werden wir Apple überholen, Samsung in fünf», sagt Huawei-CEO Richard Yu kürzlich in einem Interview. Zwar sind die Chinesen zahlenmässig von dem Ziel noch weit entfernt. Bringen sie aber weiterhin so gute Geräte wie das Mate 9 auf den Markt, könnte Huaweis Ziel in greifbare Nähe rücken.

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