Metro-Attentat: Die Jagd nach den Helfern hat begonnen
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Metro-AttentatDie Jagd nach den Helfern hat begonnen

Nach dem Terroranschlag in der Moskauer Metro fahnden die Ermittler nach den Helfern der beiden Selbstmordattentäterinnen. Gesucht werden zwei Frauen und ein Mann.

Zwei Frauen und ein Mann sind im Visier der Ermittler.

Zwei Frauen und ein Mann sind im Visier der Ermittler.

Die drei Personen sollen die Täterinnen mit den Sprenggürteln am Montagmorgen im Berufsverkehr in die U-Bahn begleitet haben. Das berichteten Medien in Moskau.

Hinter der Bluttat werden islamistische Untergrundkämpfer aus dem Konfliktgebiet Nordkaukasus vermutet. In der Millionenmetropole Moskau wird an diesem Dienstag der Opfer gedacht. Mehr als 70 Menschen wurden in der Nacht noch in Krankenhäusern behandelt.

Internationales Entsetzen

Dieser schwerste Terrorakt in Moskau seit sechs Jahren löste international Entsetzen aus. US-Präsident Barack Obama telefonierte am Abend mit Kremlchef Dmitri Medwedew, um ihm persönlich sein Beileid auszusprechen.

Auch die Aussenminister der G8-Staaten verurteilten die Selbstmordanschläge. Der Terrorismus müsse international bekämpft werden, meinte Kanadas Aussenminister Lawrence Cannon in einer Erklärung am Montagabend (Ortszeit). Den G8-Staaten gehören die sieben grössten Industriestaaten sowie Russland an.

Medwedew legte in der Moskauer Metro am späten Abend Blumen nieder und kündigte an, die Terroristen finden und töten zu lassen. Er äusserte sich wütend, die Täter seien keine Menschen, sondern «Bestien».

Lawrow schliesst Al-Kaida-Beteiligung nicht aus

Russlands Aussenminister Sergej Lawrow hat eine Beteiligung des Terrornetzwerks Al-Kaida nicht ausgeschlossen.

«Wir wissen, dass im Grenzgebiet von Pakistan und Afghanistan Terroristen sehr aktiv sind», sagte Lawrow am Rande der Konferenz der Arktis-Anrainerstaaten im kanadischen Chelsea.

«Wir wissen, dass dort mehrere Anschläge geplant werden, die nicht nur in Afghanistan, sondern auch in anderen Ländern ausgeführt werden.» Diese Planungen reichten manchmal bis in den russischen Kaukasus, sagte Lawrow.

Die unzugängliche Bergregion zwischen Afghanistan und Pakistan gilt als Rückzugsgebiet islamistischer Terroristen. Geheimdienste vermuten hier auch Al-Kaida-Führer Osama bin Laden.

Zahl der Toten auf 39 gestiegen

Einen Tag nach den blutigen Anschlägen auf zwei U-Bahn-Züge in Moskau ist die Zahl der Todesopfer auf 39 gestiegen. Eine der zahlreichen Verletzten sei im Krankenhaus gestorben, sagte ein Krankenhausmitarbeiter am Dienstag dem staatlichen Fernsehsender Rossija-24. Fünf weitere der mehr als 70 ins Krankenhaus eingelieferten Verletzten schwebten in Lebensgefahr.

Staatstrauer in Russland

Die Fahnen in Russland wehen auf Halbmast. Die Regierung hat den Dienstag zum Tag der Staatstrauer erklärt. Das Fernsehen nahm Unterhaltungssendungen aus dem Programm, und auch entsprechende Veranstaltungen wurden abgesagt. In mehreren Kirchen sollten Gedenkgottesdienste stattfinden.

(sda/dapd)

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