Gedenktag: Die Juden, die für Deutschland kämpften
Aktualisiert

GedenktagDie Juden, die für Deutschland kämpften

12 000 jüdische Soldaten starben im ersten Weltkrieg für das deutsche Kaiserreich. Für sie wurde ein Kranz nieder gelegt.

Mit einer Kranzniederlegung ist am Sonntag in Frankfurt an die im Ersten Weltkrieg gefallenen jüdischen Soldaten erinnert worden. Im Ersten Weltkrieg sind insgesamt rund 12 000 jüdische Soldaten im Kampf für das deutsche Kaiserreich gefallen, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Bunds jüdischer Soldaten, Gideon Römer-Hillebrecht, bei der Zeremonie auf dem alten jüdischen Friedhof.

Das sei von der Öffentlichkeit wenig beachtet und von den Nationalsozialisten negiert worden. Viele jüdische Bürger seien als deutsche Patrioten in den Krieg gezogen. Trotzdem seien Juden nach 1918 als «Sündenböcke» angeprangert und später von den Nationalsozialisten verfolgt und ermordet worden. Es sei höchste Zeit und eine Verpflichtung, sich das Schicksal der Soldaten in Erinnerung zu rufen.

Gedenken auch an Holocaustopfer

Römer-Hillebrecht wies darauf hin, dass mit der Zeremonie nicht nur der gefallenen Soldaten gedacht werden solle, sondern auch deren Angehörigen und Kameraden, die vom Nazi-Regime ermordet wurden. «Wegen der Shoa gibt es heute kaum noch Angehörige, die gemeinsam mit uns die Toten ehren können», fügte er hinzu.

Nach der Kranzniederlegung am Ehrenmal wurden die Namen der 50 auf dem alten jüdischen Friedhof bestatten toten Soldaten verlesen. Darunter befinden sich nach Angaben des Bundes jüdischer Soldaten auch drei Angehörige der österreichisch-ungarischen Armee, die in Frankfurter Lazaretten gestorben sind. Den Angaben zufolge sind im Ersten Weltkrieg 467 jüdische Soldaten aus Frankfurt ums Leben gekommen. (dapd)

Deine Meinung