Flugzeug-Absturz bei Pontresina: «Die Jugendlichen waren bestürzt und betroffen»
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Flugzeug-Absturz bei Pontresina«Die Jugendlichen waren bestürzt und betroffen»

Zwei Jugendliche sind beim Flugzeug-Absturz auf der Diavolezza gestorben. Yves Burkhardt vom Aero-Club erzählt, wie man das Unglück gemeinsam verarbeiten will.

von
ann
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Das Wrack: Die verunfallte Piper ist in die Nähe von Pontresina transportiert worden. (4. August 2017)

Das Wrack: Die verunfallte Piper ist in die Nähe von Pontresina transportiert worden. (4. August 2017)

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Die Teile des Kleinflugzeugs werden weiter transportiert und weiter untersucht.

Die Teile des Kleinflugzeugs werden weiter transportiert und weiter untersucht.

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Der Pilot war sehr erfahren, erklärt Christian Gartmann, Sprecher der Motorfluggruppe Engadin.

Der Pilot war sehr erfahren, erklärt Christian Gartmann, Sprecher der Motorfluggruppe Engadin.

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Herr Burkhardt*, wann haben Sie vom Flugzeug-Absturz erfahren, bei dem zwei Jugendliche des vom Aero-Club durchführten Lagers ums Leben kamen?

Ich war heute Morgen im Büro in Luzern, als ich vom Unglück erfuhr. Darauf begab ich mich umgehend nach Samedan. Zunächst wusste ich noch nichts Genaueres darüber, was vorgefallen war. Wie furchtbar der Unfall war, wurde erst im Verlauf des Morgens klar.

Wer hat die Jugendlichen informiert?

Ich haben ihnen persönlich die Nachricht überbracht. Dabei haben wir sie nach Sprachgruppen – Deutsch, Italienisch und Französisch – zusammengenommen. Die Jugendlichen reagierten bestürzt auf die Nachricht. Viele zeigten sehr grosse Anteilnahme und Betroffenheit. Jetzt müssen sie das alles einordnen und persönlich verarbeiten. Manche von ihnen haben neue Freunde verloren, die ihnen im Verlauf dieses Lagers ans Herz gewachsen sind.

Heute Abend thematisieren Sie das Vorgefallene nochmals mit den Jugendlichen. Wie machen Sie das?

Wir haben eine ökumenische Veranstaltung organisiert. Dort werden wir im Plenum und in der Gruppe nochmals über das Unglück reden und auf die Fragen der Jugendlichen eingehen. Das ist wichtig für alle. In der Gemeinschaft ist man in so einem Fall stark und kann das Geschehene besser verarbeiten.

Wie wurden die Eltern der Jugendlichen informiert?

Die Eltern der Verunglückten zu informieren, hat die Polizei übernommen. Bei den anderen Eltern haben wir die Jugendlichen angewiesen, ihnen per SMS mitzuteilen, dass im Lager etwas passiert sei, sie aber wohlauf seien.

Wie kommen die Lagerteilnehmer am Samstag nach Hause?

Die Jugendlichen verlassen das Lager entweder geführt von den Gruppenleitern mit der Bahn oder werden von den Eltern abgeholt. Das ist alles schon organisiert.

35 Jahre schon gibt es dieses Lager und jetzt diese Tragödie, was sagen Sie dazu?

Wir sind extrem betroffen und voller Trauer. Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der tödlich verunglückten Jugendlichen, dem schwer verletzten Mädchen und allen Teilnehmern hier im Lager. Dem Mädchen wünschen wir schnelle Genesung.

*Yves Burkhardt ist Generalsekretär des Aero-Clubs der Schweiz, das Aviatik-Jugendlager im Auftrag der Stiftung Pro Aero durchführt.

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