Die Junge SVP steht allein
Aktualisiert

Die Junge SVP steht allein

Die Junge SVP des Kantons Luzern kämpft allein auf weiter Flur gegen ein eigenes Grabfeld für Muslime im Friedental.

Nicht mal der einst christlichsoziale, inzwischen jedoch immer mehr in SVP-Nähe agierende Blumenhändler Ruedi Bürgi wehrt sich gegen das Projekt. Handkehrum hat ausgerechnet eine populäre Frau mit italienischen Wurzeln und besten Kontakten zu ihren ausländischen Stammgästen Vorbehalte.

Sicher ist: Als politisches Profilierungsfeld eignet sich das Thema wohl. Ob die Opposition gegen die Grabfelder in Luzern jedoch mehrheitsfähig wird, ist fraglich. Allerdings: Auf die Frage «Muslimischer Friedhof: Ja oder Nein?» im Webcenter von 20 Minuten hatten 41% der User mit Ja geantwortet.

Herbert Fischer

Warum sind Sie für/gegen ein eigenes Grabmal für Muslime?

Ruedi Bürgi (76), alt Grossrat, SVP-nah

Alle Menschen sind Geschöpfe Gottes und – nach dem Tod erst recht – alle gleich. Es spricht nichts gegen solche Gräber. Eine andere Frage ist, wie es Muslime mit den Rechten der Frau und der Todesstrafe halten.

Daniela Giovanelli (45), Serviertochter

Diesen Wunsch nach eigenen Grabfeldern für Muslime in Luzern kann ich nicht verstehen. Wenn ihnen unsere Friedhöfe nicht passen, sollen sie sich doch in Ländern mit ihrer Kultur beerdigen lassen.

Giuseppe Reo (40), GBI-Sekretär

In unserer Gewerkschaft hat es proportional weit mehr Muslimas und Muslime als in der Schweiz. Es gab – und gibt – nie Probleme zwischen ihnen und den Christen. Das zeigt doch auch ihre Toleranz uns gegenüber.

Cécile Bühlmann (55), Nationalrätin Grüne

Dass sich alle nach ihren eigenen Ritualen bestatten lassen können, gehört zur Religionsfreiheit, einem Verfassungsrecht. Ein eigenes Grabfeld für Muslime würde unsere Toleranz auch in dieser Frage ausdrücken.

Brigitte Wunderle (45), kfm. Mitarb.

Alle haben ein Anrecht auf ein schickliches Begräbnis; dazu gehört, dass es gemäss der jeweiligen Religion erfolgt. Dass die Muslime nicht über Gräber schreiten oder auf sie treten, zeigt ihren Respekt vor den Toten.

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