Schlechte Aussichten: Die Kaiserpinguine sind vom Aussterben bedroht
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Schlechte AussichtenDie Kaiserpinguine sind vom Aussterben bedroht

Schaffen es die Menschen nicht, die Erwärmung des Klimas zu begrenzen, sieht es für Kaiserpinguine schlecht aus. Sie drohen auszusterben.

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Kaiserpinguine sind mit die bekanntesten Bewohner der Antarktis – noch. Laut Forschern der Woods Hole Oceanographic Institution (WHOI) könnten sie bis zum Ende des Jahrhunderts ausgestorben sein.

Kaiserpinguine sind mit die bekanntesten Bewohner der Antarktis – noch. Laut Forschern der Woods Hole Oceanographic Institution (WHOI) könnten sie bis zum Ende des Jahrhunderts ausgestorben sein.

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Dies sei dann der Fall, wenn die Erderwärmung weiter mit dem derzeitigen Tempo voranschreite, heisst es in der im Fachjournal «Global Change Biology» publizierten Studie.

Dies sei dann der Fall, wenn die Erderwärmung weiter mit dem derzeitigen Tempo voranschreite, heisst es in der im Fachjournal «Global Change Biology» publizierten Studie.

Keystone/AP/Roberto Candia
Gemäss Studienleiterin Stephanie Jenouvrier (Bild) würde die Zahl der Kolonien um 80 Prozent sinken, die Zahl der Pinguine sogar um mehr als 80 Prozent.

Gemäss Studienleiterin Stephanie Jenouvrier (Bild) würde die Zahl der Kolonien um 80 Prozent sinken, die Zahl der Pinguine sogar um mehr als 80 Prozent.

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Wenn die Erderwärmung mit derzeitigem Tempo voranschreitet, könnten Kaiserpinguine einer neuen Studie zufolge bis zum Ende des Jahrhunderts fast ausgestorben sein. Bis 2100 würde ihre Zahl dann um 86 Prozent abnehmen, so Vogelexpertin Stephanie Jenouvrier von der Woods Hole Oceanographic Institution (WHOI) in einer Mitteilung.

Kaiserpinguine können bis zu 130 Zentimeter gross werden und leben in Kolonien auf dem Packeis in der Antarktis. Das Meereis dient den Pinguinen unter anderem als Plattform von der aus sie nach Nahrung tauchen und als Fluchtort vor Feinden. Es beeinflusst zudem die Menge Krill (Leuchtgarnelen) und ist daher wichtig für die Nahrungskette der Vögel. Packeis ist durch den Klimawandel allerdings immer stärker vom Schmelzen bedroht.

Jedes Grad zählt

Das Team um Jenouvrier nutzte und entwickelte verschiedene Computermodelle zur Projektion der Zukunft des Packeises und der Kaiserpinguine.

Ergebnis: Wenn die Erderwärmung auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter begrenzt werden kann – wie im Pariser Klimaabkommen vorgesehen – würden nur rund fünf Prozent des Packeises schmelzen und die Zahl der Pinguinkolonien um rund 19 Prozent sinken. Derzeit gebe es 54 bekannte Kolonien (siehe Video unten).

Wenn die Erderwärmung lediglich auf 2 Grad begrenzt werden kann, würden fast 15 Prozent des Packeises schmelzen und rund ein Drittel der derzeit existierenden Pinguinkolonien verschwinden.

Ohne Veränderung keine Hoffnung

Gehe die Erderwärmung aber so weiter wie derzeit, dann würde die Zahl der Kolonien um 80 Prozent sinken, die Zahl der Pinguine sogar um mehr als 80 Prozent, schreiben die Forscher im Fachjournal «Global Change Biology» vom Donnerstag. «In diesem Szenario laufen die Pinguine effektiv ihrem Aussterben entgegen», sagte Jenouvrier.

Für Kaiserpinguine ist es fünf vor Zwölf

Wenn die Erderwärmung nicht verlangsamt wird, sieht es für die Kaiserpinguine sehr, sehr schlecht aus. Davor warnen US-Forscher.
(Video: WHOI)

Die Temperatur macht den Unterschied, wie das Video zeigt. (Video: WHOI)

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