Die kalte Bise legte die Weichen der SBB lahm
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Die kalte Bise legte die Weichen der SBB lahm

Die Rekordkälte in der Nacht auf gestern setzte dem Schienenverkehr zu. Es kam zu massiven Problemen: Vereiste Weichen führten zu Verspätungen und Buseinsätzen. Viele Billettautomaten waren ganz ausser Betrieb.

«Am Morgen fielen gleich drei wichtige Frühverbindungen den eisigen Temperaturen zum Opfer», sagte gestern Mario Lütolf, Marketingleiter der Zentralbahn. Die Ursache: Vereistes Rollmaterial. Lütolf: «Für uns ist der harte Winter eine enorme Herausforderung.» Als vorsorgliche Massnahme werden nun die Züge bereits frühmorgens speziell vorgeheizt, damit sie den Minustemperaturen standhalten und es nicht wieder zu Vereisungen der technischen Komponenten kommt. Nicht verschont blieben auch viele Billettautomaten: Sie kapitulierten vor der Kälte und waren ausser Betrieb.

Die SBB erlebten die bisher schwersten kältebedingten Störungen des laufenden Winters. Ein Teil der schweizweit rund 14000 Weichen fror bei der eisigen Bise kurzerhand ein. Besonders stark betroffen waren der Grossraum Bern, die S-Bahn Zürich, die Zentralschweiz, die Ostschweiz sowie die Bahnlinien entlang des Juras. Die SBB strichen Dutzende von Verbindungen.

Probleme hatten auch zahlreiche Automobilisten, wie Doret Djelid vom TCS Zentralschweiz gestern sagte: «Normalerweise haben wir pro Viertelstunde maximal 35 Anrufe, heute waren es 90.» Die meisten, so Djelid, hatten wegen der sibirischen Kälte Startprobleme.

Auch Paradestrecke mit Problemen

Auch das Filetstück der Bahn 2000, die Neubaustrecke Mattstetten BE– Rothrist AG hielt der Rekordkälte nicht stand.

Sie konnte gestern Morgen wegen Weichenstörungen vorübergehend nicht mehr befahren werden. Die Züge mussten über die «Stammlinie», also die alte Verbindung über Langenthal und Burgdorf, umgeleitet werden.

Einen normalen Wintertag erlebte hingegen der Flughafen Zürich. Die Pisten und Rollwege waren trocken. Die Enteisung der Maschinen verlief wie gewohnt und ohne grössere Verzögerungen.

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