Fotomesse Photokina: Die Kameras erobern das Internet
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Fotomesse PhotokinaDie Kameras erobern das Internet

Die weltgrösste Fachmesse für Fotografie dreht sich um Hightech und Design. Mehr als 1100 Aussteller zeigen ihre neuen Produkte, vom Knipser in Kreditkartengrösse bis zur Systemkamera.

Mit zahlreichen Neuheiten und Premieren ist am Dienstag die weltgrösste Fotomesse Photokina in Köln gestartet. Rund 1160 Unternehmen aus 41 Ländern zeigen auf der internationalen Branchenschau die neuesten Trends rund um das Thema Fotografie, darunter Digitalkameras, Smartphones, Camcorder, Zubehörartikel und Drucker. Besonders Geräte mit WLAN-Anbindung liegen im Trend. Smartphones wiederum werden häufig mit dem Fotoapparat verknüpft, etwa als Auslöser aus der Ferne. Ein Wermutstropfen: Die Preise für Kameras klettern weiter.

Die Messe dauert bis Sonntag. Zur vergangenen Photokina vor zwei Jahren waren rund 180 000 Besucher gekommen. In diesem Jahr legt die Branche besonderen Wert auf Servicefunktionen. Die Handhabung soll auch für Senioren und Technik-unerfahrene Hobbyfotografen einfach sein. Zur Übertragung der Bilder auf den Computer sind in vielfachen Ausführungen dank WLAN-Funktion keine Verbindungskabel mehr nötig. Per Internet lassen sich auch Drucker starten oder Fotos direkt in soziale Netzwerke hochladen.

50-facher Zoom

Auch im Detail hat sich die Technik verbessert. Zur Ausstattung gehört inzwischen die Aktivierung der Kamera und des Autofokus durch den Blick in den Sucher. Canon bietet bei einem Gerät einen 50-fach optischen und einen 200-fach digitalen Zoom an. Panasonic hat für Naturliebhaber bei der Systemkamera Lumix G5 das Klick-Geräusch beim Auslösen verstummen lassen. Viele Digitalkameras verfügen über eine ausgereifte Videofunktion in Full-HD-Qualität, auch die Fototechnik von Smartphones hat zugelegt.

Die Photokina hält in diesem Jahr auch Kurioses bereit. Apparate gibt es in nahezu allen Farben - von Pink bis Orange. Ein Nikon-Modell (Coolpix S01) ist gerade so gross wie eine Kreditkarte. Mit einem digitalen Effektfilter lassen sich Aufnahmen künstlerisch verändern. Alle bunten Farben können per Bildverfremdung in graue Farben geändert werden, bis auf eine. So entsteht ein Pop-Gemälde.

«Wir haben eine deutliche Verjüngung des Publikums», sagte der Geschäftsführer des deutschen Photoindustrie-Verbandes, Christian Müller-Rieker, zum Auftakt der Messe. Die Verbindung von Kameras mit dem Internet spreche vor allem junge Leute an. «Die Zielgruppen werden immer jünger.» (dapd)

Google kauft Fotospezialisten Nik Software

Nach Facebook hat sich nun auch Google einen Fotospezialisten gekauft. Der Internetkonzern schnappte sich die 1995 in Hamburg gegründete Nik Software. Das Unternehmen, dessen Zentrale heute in San Diego steht, steckt unter anderem hinter der iPhone-App Snapseed, mit der sich Fotos aufnehmen und bearbeiten lassen.

Google-Manager Vic Gundotra und Nik Software gaben die Übernahme am Montag bekannt, ohne allerdings Details zu nennen. Die Reise gehe als Teil von Google weiter, erklärte Nik Software lediglich. Erst Anfang des Monats hatte Facebook den Kauf des Bilderdienstes Instagram abgeschlossen und dafür in bar und eigenen Aktien am Ende rund 740 Millionen Dollar bezahlt.

Das US-Technologieblog «All Things D» spekulierte, mittels Nik Software wolle Google die Fotofunktionen seines Sozialen Netzwerks Google aufpeppen. Nach Angaben von Manager Gundotra hat das Netzwerk in dieser Woche die Marke von 400 Millionen Mitgliedern geknackt, aktiv seien davon indes 100 Millionen Nutzer im Monat. Facebook hatte zuletzt 955 Millionen aktive Nutzer gezählt.

(ap)

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