17.10.2020 17:23

Horror-Crash«Eine Stunde vor dem Unfall wirkten alle fit und entspannt»

Bei einem tragischen Autounfall kamen am Freitag Autohändler Z. K. (35), dessen Sohn F. K. (12) und Neffe B. K. (18) ums Leben. Der beste Freund von Z. hat die Familie kurz vor dem Unglück noch gesehen.

von
Michelle Muff
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Am Freitag kam es in bei Meersburg in Baden-Württemberg zu einem schweren Verkehrsunfall: Eine Familie aus Schaffhausen war auf der Rückreise aus den Ferien im Kosovo, als das Auto ins Schleudern geriet und frontal mit einem Lastwagen zusammenstiess. Vater Z. (35), sein Sohn F. (12) sowie Z.s Neffe B. (18, Bild) verloren dabei das Leben.

Am Freitag kam es in bei Meersburg in Baden-Württemberg zu einem schweren Verkehrsunfall: Eine Familie aus Schaffhausen war auf der Rückreise aus den Ferien im Kosovo, als das Auto ins Schleudern geriet und frontal mit einem Lastwagen zusammenstiess. Vater Z. (35), sein Sohn F. (12) sowie Z.s Neffe B. (18, Bild) verloren dabei das Leben.

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Bei den Angehörigen sitze der Schock tief, wie M. I. (24) gegenüber 20 Minuten sagt. Er ist der langjährige Nachbar und Freund von der verunfallten Familie und hat alle Opfer persönlich gekannt. «Gestern Mittag kamen bei uns in der Nachbarschaft vier Kastenwägen der Polizei an. Als sie beim Haus der Familie K. klingelten, wussten wir, dass etwas nicht gut ist.» Mit dem Vater Z. (Bild) habe er sich imm er gut verstanden: «Er war ein sympathischer, freundlicher Mann, der immer viel gearbeitet hat.»

Bei den Angehörigen sitze der Schock tief, wie M. I. (24) gegenüber 20 Minuten sagt. Er ist der langjährige Nachbar und Freund von der verunfallten Familie und hat alle Opfer persönlich gekannt. «Gestern Mittag kamen bei uns in der Nachbarschaft vier Kastenwägen der Polizei an. Als sie beim Haus der Familie K. klingelten, wussten wir, dass etwas nicht gut ist.» Mit dem Vater Z. (Bild) habe er sich imm er gut verstanden: «Er war ein sympathischer, freundlicher Mann, der immer viel gearbeitet hat.»

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Familie K. sei im Viertel beliebt gewesen, wie I. sagt: «Sie waren sehr anständige, hilfsbereite Menschen.» In der Nachbarschaft habe man von der Familie immer nur Gutes gehört. Der verunfallte B. ( Bild) sei sehr ruhig und anständig gewesen, wie (19), S. S. (19), ein Kindheitsfreund des verstorbenen 18-Jährigen, sagt. «Er hätte nächsten Sommer seine KV-Lehre abgeschlossen.»

Familie K. sei im Viertel beliebt gewesen, wie I. sagt: «Sie waren sehr anständige, hilfsbereite Menschen.» In der Nachbarschaft habe man von der Familie immer nur Gutes gehört. Der verunfallte B. ( Bild) sei sehr ruhig und anständig gewesen, wie (19), S. S. (19), ein Kindheitsfreund des verstorbenen 18-Jährigen, sagt. «Er hätte nächsten Sommer seine KV-Lehre abgeschlossen.»

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Darum gehts

  • Nahe der Schweizer Grenze ereignete sich am Freitagmorgen ein schwerer Verkehrsunfall.

  • Eine Familie, die im Kosovo Ferien machte, verunglückte auf dem Weg in die Schweiz.

  • Vater Z. (35), sein Sohn F. (12) sowie Neffe B. kamen bei dem Unfall ums Leben.

  • In der Nachbarschaft in Schaffhausen können die Angehörige den Verlust kaum fassen. «Die Trauer ist unbeschreiblich», sagt ein Freund der Familie.

Noch 60 Kilometer trennten Familie K. von ihrem Zuhause in Schaffhausen, als das Unglück passierte: Auf der Rückreise aus den Ferien im Kosovo geriet das Auto von Familie K. kurz vor der Schweizer Grenze ins Schleudern und krachte frontal in einen Lastwagen. Bei dem Unfall verloren Vater Z.* (35), sein Sohn F.* (12) sowie Z.s Neffe B.* (18) das Leben. Mutter T.* (35) sowie Tochter F.* (11) überlebten den Crash. «Sie befinden sich inzwischen in einem stabilen Zustand», teilte die Polizeidirektion Ravensburg am Samstag mit.

S. R.* (41) ist der beste Freund des verstorbenen Familienvaters und hat die Familie kurz vor dem Unglück noch gesehen. «Wir haben gemeinsam Ferien im Kosovo gemacht und sind die Rückreise zusammen angetreten. Sie in ihrem Auto, ich in meinem.» Eine Stunde vor dem Unfall sei die Stimmung angenehm gewesen: «Alle wirkten entspannt und überhaupt nicht müde. Auch Z. war gut drauf und freundlich, wie immer.»

Wenig später habe sich R. dazu entschieden, wegen seiner beginnenden Müdigkeit eine kurze Pause zu machen. Das Ehepaar K. bot ihm an, gemeinsam mit ihm rauszufahren. Er lehnte jedoch ab: «Ich habe mit ihnen telefoniert. Z. sagte mir, dass T. immer noch sehr fit sei und sie deshalb weiterführen.» Da habe er das letzte Mal mit ihnen Kontakt gehabt.

Das Ehepaar war auf dem Handy plötzlich nicht erreichbar

«Nach meinem kurzen Powernap bin ich weitergefahren. Wenig später kam ich schon zur Umleitungsstrecke, die wegen des Unfalls errichtet wurde», erzählt R. Zu diesem Zeitpunkt habe er noch keine Vermutungen gehabt, dass die Familie am Unfall beteiligt gewesen war. «Erst, als ich in Schaffhausen ankam und beide auf ihrem Handy nicht erreichbar waren, wurde ich misstrauisch.»

«Ich kontaktierte die Polizei. Dort habe ich nach einigen Telefonaten erfahren, dass die Familie in den Unfall verwickelt war.» Wenig später hat er von einem Arzt vom Spital Friedrichshafen vom Tod der drei Opfer erfahren: «Die Nachricht hat mich zerstört.»

«Mutter und Tochter wissen über die Todesfälle Bescheid»

R. steht in engem Kontakt mit den Angehörigen. «Es geht ihnen sehr schlecht. So etwas kann man fast nicht verkraften.» Ein Lichtblick seien aber die Gesundheitszustände von Z.s Tochter F. und seiner Ehefrau T.: «Seit gestern sind beide wieder ansprechbar. Sie haben beide einige Knochenbrüche erlitten, sind ansonsten aber körperlich stabil. Die Ärzte sagten mir, dass sie beide ohne Folgeschäden davonkommen sollten.”

Er habe sie schon mehrmals besucht: «Die Situation ist sehr schwierig. Beide wissen nun über die Todesfälle Bescheid. Die Trauer, die sie fühlen, ist nicht in Worte zu fassen.» F. verhalte sich zudem sehr zurückgezogen: «Sie spricht mit fast niemandem ausser mit ihren Grosseltern.» Denen habe sie erzählte, dass sie sich zwar an die Fahrt erinnern könne, aber nicht an den Unfall: «F. vermutet, dass sie zum Zeitpunkt des Unfalls am schlafen war.»

«Sie waren anständige, hilfsbereite Menschen»

Auch bei anderen Angehörigen sitzt der Schock tief. So etwa bei M. I.* (24), einem langjährigen Nachbar und Freund von der verunfallten Familie. «Die ganze Nachbarschaft ist zutiefst schockiert. Die Trauer ist unbeschreiblich.»

Familie K. sei im Viertel beliebt gewesen, wie I. sagt: «Sie waren sehr anständige, hilfsbereite Menschen.» Der verunglückte Familienvater war in Schaffhausen ein bekanntes Gesicht: «Z. war selbstständig, führte in der Stadt eine gute Autogarage. Er war immer fröhlich, liess sich nie unterkriegen. Und er liebte schnelle, starke Autos und Motorräder.»

Erst vor einem Jahr musste die Familie einen schweren Schicksalsschlag einstecken: «Z. verunfallte mit dem Töff in den französischen Alpen. Er hat überlebt, war danach aber für sechs Monate in der Reha. Er hatte sich gut zurück ins Leben gekämpft. Umso tragischer ist es, dass er es dieses Mal nicht geschafft hat.»

«Er hatte sich sehr aufs Autofahren gefreut»

Auch S. S.* (19), ein Kindheitsfreund des verstorbenen 18-Jährigen, kann die Todesfälle kaum fassen: «Erst vergangene Woche habe ich in den Ferien im Kosovo Mutter T. zufällig in einem Restaurant getroffen.» Dort habe sie gemeinsam mit Freundinnen ausgelassen gegessen und getrunken: «Sie wirkte sehr glücklich und hat viel gelacht.»

Den Gedanken, dass er die Opfer nie mehr sehen werde, mache ihn «unendlich traurig»: «Ich bin mit B. aufgewachsen, wir haben immer miteinander Fussball gespielt. Er war ein sehr anständiger, ruhiger Typ.» Erst vergangenen Monat habe er seinen 18. Geburtstag gefeiert: «Er hätte nächsten Sommer seine KV-Lehre abgeschlossen. Und er war gerade dabei, seine Autoprüfung zu machen. Er machte die Theorieprüfung am Tag seines Geburtstages, so sehr hatte er sich aufs Autofahren gefreut. Das Ganze ist sehr tragisch und unfair.»
*Name der Redaktion bekannt

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