Royale Vorwürfe: Die Königin und ihr Nazi-Vater
Aktualisiert

Royale VorwürfeDie Königin und ihr Nazi-Vater

Königin Silvia von Schweden kommt nicht zur Ruhe: Nach den Sexaffären ihres Mannes sorgt nun die Nazi-Vergangenheit ihres deutschen Vaters für Schlagzeilen.

Er soll laut einem Bericht des Privatsenders TV4 1939 den «arisierten» Betrieb eines verfolgten Juden übernommen und dann angeblich Kriegsausrüstung für die deutsche Luftabwehr produziert haben: Walther Sommerlath, der Vater der schwedischen Königin. Diese schweigt.

Silvia sehe «keinen Anlass, den Inhalt der Sendung zu kommentieren», liess der Königshof am Montag verlauten. Zu der seit 2002 bekannten NSDAP-Mitgliedschaft ihres 1990 verstorbenen Vaters hiess es: «Natürlich bedauert die Königin, dass ihr Vater 1934 der nationalsozialistischen Partei beigetreten ist. Davon hat sie erst als Erwachsene erfahren und deshalb nie die Möglichkeit gehabt, darüber mit ihrem Vater zu diskutieren.»

Familie «ausser sich»

Allerdings hat die 1943 in Heidelberg geborene und in Brasilien aufgewachsene Regenten-Gattin ihren Vater noch vor einem halben Jahr in einem Interview mit TV4 in Schutz genommen. Walther Sommerlath war von seinem brasilianischen Domizil in São Paulo aus der Auslandsorganisation der NSDAP beigetreten.

Im gleichen Interview hatte sie gesagt, in der Fabrik habe ihr Vater Elektro-Produkte wie Modelleisenbahnen sowie Haartrockner hergestellt. Während des Krieges sei er dann gezwungen worden, Membranen für Gasmasken an die Zivilverteidigung zu liefern.

Dazu sagte die Königin damals: «Das war ja eine Maschinerie. Er war ja nicht politisch aktiv. Und ging man gegen den Strom, war man gegen die gesamte Maschinerie.»

Während die Königin zu den jüngsten Enthüllungen schweigen will, äusserte sich ihr Bruder Ralf de Toledo Sommerlath. Die Familie sei «ausser sich», sagte er der Nachrichtenagentur dpa.

«Natürlich» habe er nach der Sendung mit seiner Schwester darüber gesprochen, die den Film gesehen habe. Zu ihrer Reaktion sagte er: «Das kann sich wohl jeder vorstellen. Wir waren alle Kinder damals oder noch gar nicht geboren.» (sda)

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