Bodypainting: Die Körper-Kunst des Neo-Hippies
Aktualisiert

BodypaintingDie Körper-Kunst des Neo-Hippies

Mit seinen Bildern erschafft Craig Tracy wahre Blumenkinder. Seine Werke schrammen gefährlich nahe am Kitsch vorbei. Doch faszinierend sind sie allemal.

von
kmo

Aus dem Bauchnabel einer Frau spriesst ein Baum, die Äste gehen in die Arme und Beine über. Ein sinnliches, ruhiges Bild, wäre da nicht der durchdringende Blick dieser Baumfrau. Das ist typisch für die Bilder von Craig Tracy, die gleichzeitig bezaubern und beunruhigen.

Craig Tracy ist einer der ganz Grossen in der Bodypainting-Szene. Als seine wichtigste Inspirationsquelle bezeichnet der US-Künstler seine Heimatstadt New Orleans. Die Hafenstadt in Louisiana, in der bis heute der Voodoo-Kult praktiziert wird. Ebenso starken Einfluss auf den Bodypainter haben aber auch seine Hippie-Eltern gehabt, die die Einheit von Mensch und Natur stets hochgehalten haben.

Ein Bodypainter von Kindsbeinen an

Tracy hat bereits als Kind jeweils an Mardi Gras die Gesichter von Freunden für den Karneval mit Farbe bemalt. Danach entdeckte er die Airbrush-Technik. Er absolvierte eine Ausbildung an der Kunstschule Art Institute of Fort Lauderdale, die er mit Auszeichnung abschloss. Heute arbeitet er mit Airbrush, Pinsel, Schwämmen und mit den Fingern – und natürlich mit hautfreundlicher Farbe.

Die Idee, mit bemalten Körpern Gemälde zu erschaffen, ist nicht neu. Anders als Künstler wie Liu Bolin oder Cecilia Paredes bringt er die Personen auf seinen Bildern jedoch nicht zum Verschwinden, sondern erschafft ein neues, mythisches Wesen, dem übersinnliche Kräfte innezuwohnen scheinen. Die Bilder erinnern mal an kitschige Airbrush-Gemälde aus den Siebzigern, dann wieder an die Graffiti-Kunst eines Keith Haring oder die Science-Fiction-Figuren von H.R. Giger.

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