Matias Delgado: «Die Konkurrenz heisst YB, Sion – und Zürich»

Aktualisiert

Matias Delgado«Die Konkurrenz heisst YB, Sion – und Zürich»

Am Samstag beginnt die Super-League-Saison. Bereits vor dem Start nimmt FCB-Captain Matias Delgado den Gegnern den Wind aus den Segeln.

von
E. Tedesco
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Wieder  werden Captain Matias Delgado und sein FCB gejagt. Die Hoffnung auf das Serienende erhielt nach der Ära Heusler/Heitz neue Nahrung. 20 Minuten fragte bei den Captains nach.Frage 1: Beim FCB ging die Ära Heusler/Heitz zu Ende. Ist der Serienmeister nach dem Umbruch zu knacken?Frage 2: Wer in der Liga hat die Qualität, um Meister Basel abzulösen?Frage 3: Wo steht Ihr Verein am Ende der Saison?

Wieder werden Captain Matias Delgado und sein FCB gejagt. Die Hoffnung auf das Serienende erhielt nach der Ära Heusler/Heitz neue Nahrung. 20 Minuten fragte bei den Captains nach.Frage 1: Beim FCB ging die Ära Heusler/Heitz zu Ende. Ist der Serienmeister nach dem Umbruch zu knacken?Frage 2: Wer in der Liga hat die Qualität, um Meister Basel abzulösen?Frage 3: Wo steht Ihr Verein am Ende der Saison?

Keystone/Georgios Kefalas
YB-Captain Steve von Bergen:1. Überhaupt nicht. Es ist nicht das erste Mal, dass Basel den Trainer gewechselt hat. Sie haben einfach einen jungen, aber sehr erfahrenen Trainer. Mit erfahren meine ich, dass er auch international gespielt hat und den Fussball sehr gut kennt. Ich denke nicht, dass alles, was sich beim FCB getan hat, eine grosse Rolle spielen wird. Es ist wichtiger, was hier passiert als in Basel.2.Sie haben nur zweimal verloren: Nur wenige Mannschaften sind dazu momentan imstande. 3. Für diese Saison kann ich keine Prognose machen, ich kann nicht in die Zukunft blicken. Klar wollen wir vorne mitspielen. Jetzt wurden wir zweimal Zweiter und wir wollen sicher wieder oben mitmischen. Ob wir Erster, Zweiter oder Dritter werden, werden wir sehen.

YB-Captain Steve von Bergen:1. Überhaupt nicht. Es ist nicht das erste Mal, dass Basel den Trainer gewechselt hat. Sie haben einfach einen jungen, aber sehr erfahrenen Trainer. Mit erfahren meine ich, dass er auch international gespielt hat und den Fussball sehr gut kennt. Ich denke nicht, dass alles, was sich beim FCB getan hat, eine grosse Rolle spielen wird. Es ist wichtiger, was hier passiert als in Basel.2.Sie haben nur zweimal verloren: Nur wenige Mannschaften sind dazu momentan imstande. 3. Für diese Saison kann ich keine Prognose machen, ich kann nicht in die Zukunft blicken. Klar wollen wir vorne mitspielen. Jetzt wurden wir zweimal Zweiter und wir wollen sicher wieder oben mitmischen. Ob wir Erster, Zweiter oder Dritter werden, werden wir sehen.

Keystone/Thomas Hodel
Sion-Captain Elsad Zverotic: 1. Das ist immer die gleiche Frage, aber der FCB macht einen sehr guten Job. Es wird wieder schwierig, ihn von der Spitze zu verdrängen. Ich schätze den FCB dieses Jahr noch stärker ein.2. Ich denke der FC Zürich wird auch eine gute Rolle spielen und ich bin froh, dass sie wieder in der Super League sind.3. Das ist wie immer vor der Saison eine schwierige Frage, aber ich erhoffe mir, dass wir das ganze Jahr konstant unsere Leistungen abrufen können, dann kann es sehr gut kommen.

Sion-Captain Elsad Zverotic: 1. Das ist immer die gleiche Frage, aber der FCB macht einen sehr guten Job. Es wird wieder schwierig, ihn von der Spitze zu verdrängen. Ich schätze den FCB dieses Jahr noch stärker ein.2. Ich denke der FC Zürich wird auch eine gute Rolle spielen und ich bin froh, dass sie wieder in der Super League sind.3. Das ist wie immer vor der Saison eine schwierige Frage, aber ich erhoffe mir, dass wir das ganze Jahr konstant unsere Leistungen abrufen können, dann kann es sehr gut kommen.

Keystone/Laurent Gillieron

«Es ist mir nicht so wichtig, wie wir in die Saison starten. Für mich zählt nur, dass wir am Ende wieder ganz oben stehen», sagt Matias Delgado. Umbruch in der Clubführung hin oder her. Trainerwechsel hin oder her. «Wir gehen als Favorit in die Meisterschaft und wir gehen mit dem Ziel in die Saison, das Double zu holen», sagt Delgado. Schlechte Nachrichten für die Konkurrenz (Wie die SL-Captains reagieren sehen Sie in der Bildstrecke oben.)

Matias Delgado, nach dem Umbruch jagt die Liga den FCB. Die Hoffnung, die Serie zu beenden, ist nach Jahren der rotblauen Dominanz grösser denn je.

Das mag sein, aber es ist ja nichts Neues, dass wir gejagt werden. Es war immer Konkurrenz da und keine Meisterschaft war ein Selbstläufer.

Trotz Umbruch, neuem Trainer und verändertem Kader?

Trotz allem wollen wir immer gewinnen und Titel holen. Und das Double verteidigen.

In der abgelaufenen Saison haben es die Gegner dem FCB aber gar einfach gemacht. 20 Punkte Vorsprung sind ein eindeutiges Zeugnis der Dominanz. Sehen Sie überhaupt Konkurrenz?

Es sind immer die gleichen Teams wie YB, Sion, aber nach dem Aufstieg auch wieder der FCZ. Auch andere Mannschaften haben Qualität, aber wir bleiben Favorit. Und ehrlich, ob es am Ende 15 oder zwei Punkte Vorsprung sind, ist mir egal, wenn wir Meister sind.

Wie wichtig wird ein guter Start in die Meisterschaft sein?

Es ist mir nicht so wichtig, wie wir in die Saison starten. Für mich zählt nur, dass wir am Ende wieder ganz oben stehen.

Die Fussball-Schweiz hat in der letzten Saison vor Langeweile gestöhnt. Ist die Liga auch für die FCB-Spieler langweilig?

Null! Nie! Es ist eine lange Saison mit vielen Spielen und man muss sich immer wieder neu beweisen. Alte Meriten und Titel zählen nicht. Was zählt, ist einzig der Erfolg der Gegenwart.

Seydou Doumbia und Marc Janko haben zusammen 33 der 92 Ligatore in der letzten Saison erzielt und sind weg. Kann der FCB den Verlust wegstecken?

Ich bin auch gespannt, wie es laufen wird. Mit Ricky van Wolfswinkel haben wir einen neuen Stürmer bekommen und auch die jungen Spieler haben wahnsinnig viel Qualität. Aber klar, bei Janko wusste man einfach, was man hat, und bei den Jungen wird man sehen, wie sie sich unter Druck und Belastung entwickeln. Ernstkampf und Training sind zwei paar Schuhe.

Neben dem Trainer ist es wohl auch Ihre Aufgabe als Captain, die Jungen heranzuführen, oder?

Genau, und ich nehme die Verantwortung auch wahr. Zusammen mit Luca Zuffi, Taulant Xhaka, Thomas Vaclik und Davide Callà versuchen wir, den Druck von ihren Schultern auf unsere zu verlagern.

Raphael Wicky hat Ihre Position auch verlagert – nach hinten. Direkt vor die Abwehr. Der Trainer erklärt seinen taktischen Kniff nicht als defensive, sondern als offensive Massnahme, weil Sie auch da Ihre Spielintelligenz einbringen können. Wie fühlen Sie sich in dieser Rolle?

Sie ist ungewohnt, aber ich fühle mich gut. Ich finde es toll, dass mich der Trainer auch auf einer anderen Position sieht. Es gefällt mir. Ich bin ein Spieler, der gerne den Ball hat und auf der Zehner-Position war das zum Beispiel, wenn wir gegen tiefstehende Gegner mit langen Pässen gespielt haben, nicht immer der Fall. Zudem habe ich weiter hinten das ganze Spielfeld vor mir und kann meine Ideen und Kreativität noch besser einbringen.

Die Umstellung muss für einen klassischen Zehner wie Sie es sind dennoch riesig sein.

Ja, vor allem was das Pressing auf den Gegner und die Defensivarbeit betrifft. Vor der Abwehr muss ich vor allem viel mehr arbeiten. Aber ich finde die Idee des Trainers spannend und für mich ist es eine neue Herausforderung, die mich antreibt. Ich bin glücklich, dass ich nun ein Part im modernen Fussball spielen kann, denn der klassische Zehner, wie Sie sagen, ist am Aussterben.

Sie werden im Dezember 35 Jahre alt, klingen aber motiviert und lernbegierig wie seit Jahren nicht mehr. Ist das der Trainer-Effekt?

Es macht Spass, unter Raphael Wicky zu arbeiten. Er vermittelt seine Ideen klar und verständlich. Wir haben schnell begriffen, was er will. Er fordert uns in der täglichen Arbeit nicht nur physisch, wir müssen auch den Kopf gebrauchen. Und teilweise sind seine Übungen überragend.

Der Trainer ist gerade mal fünf Jahre älter und mit Marco Streller ist ein ehemaliger Teamkollege Ihr Sportchef. Wie nehmen Sie den neuen Streller wahr?

Pippi ist Pippi, auch wenn er natürlich reifer geworden ist. Er macht einen guten Job und die Kommunikation ist top. Er liebt den Club, er macht alles mit Herz.

Wie Matias Delgado?

Auch ich liebe den Club, aber Pippi kann all das ausdrücken – ich kann das nur mit Emotionen.

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