Aktualisiert 18.05.2016 14:29

Schweizer Ideen

Die kreativsten Crowdfunding-Projekte

Eine Studie zeigt: Das Crowdfunding-Volumen ist 2015 in der Schweiz um 73 Prozent gewachsen. Der Kreativität sind dabei kaum Grenzen gesetzt.

von
K. Wolfensberger
1 / 8
Erfolgreich gestartet ist der Crowdfunding-Verkauf von Fladenbrot-Maschinen der Firma Flatev. Das vom Mexikaner Carlos Ruiz (links) in Zürich gegründete Unternehmen versucht den Erfolg von Nespresso zu kopieren.

Erfolgreich gestartet ist der Crowdfunding-Verkauf von Fladenbrot-Maschinen der Firma Flatev. Das vom Mexikaner Carlos Ruiz (links) in Zürich gegründete Unternehmen versucht den Erfolg von Nespresso zu kopieren.

Flatev
Doch statt Kaffee kommen aus der Kapsel-Maschine mexikanische Tortilla-Fladen heraus.

Doch statt Kaffee kommen aus der Kapsel-Maschine mexikanische Tortilla-Fladen heraus.

Flatev
Ab 199 US-Dollar können Kunden sich derzeit auf Kickstarter eine der Maschinen sichern.

Ab 199 US-Dollar können Kunden sich derzeit auf Kickstarter eine der Maschinen sichern.

Flaev

Vom Turnverein über Filmproduzenten bis hin zu Firmengründern: Für die Finanzierung ihrer Projekte setzen immer mehr Schweizer auf Crowdfunding. Sogar für politische Kampagnen oder für ein Engagement im Umweltbereich sammeln Leute Geld auf Plattformen wie Wemakeit.ch oder Kickstarter.com.

Seit 2011 hat sich das Volumen solcher Funding-Kampagnen in der Schweiz auf nun fast 27,3 Millionen Franken verneunfacht, wie eine Studie der Hochschule Luzern zeigt. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das ein beeindruckendes Wachstum von 73 Prozent. Für die Analyse wurden die Daten von 31 in der Schweiz aktiven Plattformen berücksichtigt. Eine Auswahl an besonders kreativen Projekten und Ideen.

Tortilla aus der Kapsel-Maschine

Erfolgreich gestartet ist der Crowdfunding-Verkauf von Fladenbrot-Maschinen der Firma Flatev auf der Plattform Kickstarter. Das vom Mexikaner Carlos Ruiz in Zürich gegründete Unternehmen versucht den Erfolg von Nespresso zu kopieren. Doch statt Kaffee kommen aus der Kapsel-Maschine mexikanische Tortilla-Brote heraus. Ab 199 US-Dollar können Kunden sich derzeit eine der Maschinen sichern. Versandt werden diese vorerst nur in die USA, da es dort am meisten potenzielle Kunden gibt.

Wurm-Kompostieren in der eigenen Küche

Eine Mischung aus Engagement im Umweltbereich und Unternehmergeist legt das Zürcher Start-up Wormup an den Tag. Es verkauft via Crowdfunding für 230 Franken ein eigens für den Haushalt entwickeltes Wurmkompostier-System. Bioabfall wird dabei mit Hilfe von Regenwürmern zu einem mineralisch reichhaltigen Biodünger recycelt. Der kann dann für die eigenen Pflanzen auf dem Balkon oder im Innenhof verwendet werden und hilft ihnen beim Wachstum.

100-Jahr-Feier für die Dada-Kunst

2016 wurde die berühmte Kunstrichtung Dada 100 Jahre alt. Kunstbegeisterte wollten dieses Jubliäum im Zürcher Cabaret Voltaire gehörig feiern. Und zwar mit 165 Spezial-Feiertagen und einer Sonderausstellung mit dem Namen «Obsession Dada». Um dies finanzieren zu können, sammelte das Cabaret Voltaire auf Wemakeit.ch 100'000 Franken. «Unterstützen Sie uns für die Realisation und wir schenken Ihnen einen freien Tag, um Nichts zu tun, um sich orgiastisch dem Nutzlosen und Unbrauchbaren hinzugeben», so das Versprechen der Veranstalter.

«Mir langet's»-Kampagne von Donat Kaufmann

Für besonders grosses Aufsehen sorgte 2015 der Student Donat Kaufmann. Er startete eine Kampagne und sammelte in rund zwei Wochen über 138'000 Franken, um auf der Titelseite von 20 Minuten ein Inserat der Schweizerischen Volkspartei (SVP) zu kontern. Auf seinem Gegeninserat standen schliesslich alle Namen der Spender zusammen mit dem Slogan: «Aufmerksamkeit kann man kaufen – unsere Stimmen nicht.»

«Rosen gegen Abschottung» für SVP-Asylchef Glarner

Derzeit versucht die Juso an den Erfolg Kaufmanns anzuknüpfen, und zwar mit ihrer Kampagne «Rosen gegen Abschottung». Die Jungpartei möchte Geld sammeln, um eine Rosenhecke um das Dorf Oberwil-Lieli zu pflanzen. Unter der Führung von Gemeindeammann Andreas Glarner (SVP) hatte die Gemeinde am 1. Mai 2016 entschieden, lieber Geld zu bezahlen, statt Flüchtlinge aufzunehmen. Am Dienstagnachmittag hatten der Juso allerdings erst 43 Unterstützer eine Spende zugesagt.

Grosses Wachstum für 2016

kwo

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.