Firmengründungen: Die Krise treibt die Leute in die Selbstständigkeit
Aktualisiert

FirmengründungenDie Krise treibt die Leute in die Selbstständigkeit

Die Zahl der Firmengründungen wächst: Wegen der Krise werden immer mehr Leute ihr eigener Chef.

von
Désirée Pomper

Die Luft sei im letzten Herbst dünn geworden in der Firma, sagt die ehema-

lige Führungskraft Klaus Bollin. Der 54-­Jährige entschied, sich selbstständig zu machen und handelt nun mit Satelliten-Anlagen. «Ich mache aus der Not eine Tugend», so Bollin.

Diese Wahl treffen immer mehr Schweizer: Die Firma Startups verzeichnete 2008 deutlich mehr Firmengründungen als im Vorjahr, Tendenz weiter steigend, so Geschäftsführer Michele Blasucci. Und Dietmar Klement vom ­Institut für Jungunternehmen weiss: «Auch die Kreditanfragen für eigene Firmen nehmen stark zu.»

Die Unsicherheit auf dem Arbeitsmarkt führe dazu, dass es immer mehr Leute auf eigene Faust versuchen, meint Blasucci. Und: «Die Krise ist für Selbstständige eine Chance, denn die Mietpreise sind tief und die Personalauswahl gross.» So melden sich auch immer mehr Arbeitslose, die sich selbstständig machen wollen, bei den Arbeitsvermittlungszentren. Allerdings nicht immer mit den besten Geschäftsideen. So musste Ulrich Kästli von der ­Fachstelle Förderung der Selbstständigkeit Bern jüngst dem Geschäftsmodell «Kosmische Klangstäbe» eine Absage erteilen.

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