Berner Wortartisten: Die Küchen der Autoren als Studio
Aktualisiert

Berner WortartistenDie Küchen der Autoren als Studio

Die schreibende Combo «Bern ist überall» hat eine neue CD. Die Küchen der Autoren dienten als Studio.

von
Sophie Reinhardt
Pedro Lenz und Christian Brantschen bei Aufnahmen in der Küche.

Pedro Lenz und Christian Brantschen bei Aufnahmen in der Küche.

Zwischen Zwiebeln, Kaffeekanne und Kühlschrank steht ein Mikrofon: Die erste «Band» der Schweizer Literaturgeschichte hat ihre neuste CD «Ir Chuchi» aufgenommen. Das spezielle daran: Jeder der 27 Tracks der Spoken-Word-Gruppe «Bern ist überall» wurde in den Küchen der Wortartisten aufgenommen.

Küche als Nabel der Welt

Christian Brantschen, Tastenmann von Patent Ochsner, besuchte die zehn Autoren zuhause mit dem Aufnahmegerät. So besuchte er Erfolgsautor Pedro Lenz, der beim Bahnhof Olten wohnt: «Meine Küche ist der Nabel der Welt», sagt Lenz. «Hier lese, und schreibe ich, und von meinem Küchenfenster aus sehe ich auf die Züge, also sehe ich von hier aus die Welt», so der Autor. Neben Berner Originalen wie Beat Sterchi, sprechen auch Nicht-Berner wie Noëlle Revaz und Michael Stauffer.

Letzterer echauffiert sich über seine grillierenden Nachbarn, die schon überall Grill-Striemen auf dem Körper hätten vom vielen grillieren. Die Tracks werden begleitet vom zischenden Kaffeemaschinen- und Akkordeonklängen und handeln von Einkaufzettel, Putzplänen und Knobligestank. Ihre neuste Scheibe taufen «Bern ist überall» am 4. Dezember im Stauffacher Bern. Zudem werden sie am 17. Dezember mit dem 30 000 Franken dotierten Gottfried-Keller-Preis ausgezeichnet.

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