Aktualisiert 27.11.2009 15:05

Peter Sauber

«Die Kündigungen schmerzen mich sehr»

Peter Sauber hat sein einstiges Formel-1-Team von BMW zurückgekauft. Trotzdem müssen in Hinwil rund 140 Mitarbeiter gehen. Dies trifft auch den neuen und alten Teamchef des Rennstalls sehr.

von
Peter Haab und Monika Brand

«Mit dem Rückkauf von BMW sind wir wieder ein Privatteam wie vor vier Jahren», sagte Peter Sauber nach der Bekanntgabe des Deals an der Pressekonferenz in Hinwil. Damals habe Sauber mit 270 Angestellten agiert, BMW habe dann auf rund 400 aufgestockt. «Jetzt müssen wir den Personalbestand wieder zurückfahren», so Sauber. Zum einen, weil die Regeln des internationalen Automobilverbands FIA dies verlangten; zum anderen, weil ein Privatteam nicht 400 Angestellte finanzieren könne.

Künftig werden nur noch 250 der 388 Angestellten für Sauber arbeiten, die Kündigungen wurden bereits heute Morgen ausgesprochen. «In meinen 36 Jahren als Privatunternehmer musste ich noch nie aus wirtschaftlichen Gründen Mitarbeiter entlassen», sagt Sauber. «Darum sind diese 140 Kündigungen auch für mich sehr schmerzlich. Einige dieser Leute haben schon über Jahrzehnte bei mir gearbeitet.»

«Hatte nie das Verlangen zurückzukehren»

Die Verantwortung für den Hinwiler Rennstall liegt nun also wieder bei Peter Sauber. «Ehrlich gesagt hatte ich nie das Verlangen, mit 66 Jahren wieder an die Boxenmauer zurückzukehren», sagt der alte und neue Teamchef. Aber als sich Anfang Woche abgezeichnet habe, dass der Teamverkauf an Qadbak platzen würde, habe er einen Plan B entworfen. «Am Mittwoch habe ich eine Offerte an BMW geschickt, die im Bereich meiner finanziellen Möglichkeiten lag. Bereits am Donnerstagabend um 23.45 Uhr haben wir den Kaufvertrag unterschrieben.»

Obwohl alles Schlag auf Schlag über die Bühne ging, ist sich Peter Sauber seiner Sache sicher: «Ich habe diesen mutigen Schritt trotz der schnellen Abwicklung nicht unüberlegt gemacht. Die Gesamtverantwortung liegt jetzt wieder bei mir, aber BMW wird uns im Bereich des Sponsorings weiter unterstützen.»

Erleichterung auch bei BMW

Wie das künftige Engagement von BMW beim Hinwiler Rennstall aussehen soll, wurde nicht bekanntgegeben. BMW-Sportchef Mario Theissen zeigte sich jedoch erleichtert über die neueste Entwicklung: «Es freut mich ausserordentlich, dass Peter Sauber sich entschieden hat, die Zukunft dieses Teams nochmals in die eigenen Hände zu nehmen.» Über den geplatzten Deal mit der stark kritisierten Investoren-Gruppe Qadbak verlor er nur wenige Worte. Theissen: «Es gab in dem Vertrag gewisse Bedingungen, die letztlich vom Käufer nicht erfüllt werden konnten.»

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