ETH-Prototyp: Die künstliche Hand mit echtem Gefühl
Aktualisiert

ETH-PrototypDie künstliche Hand mit echtem Gefühl

Durchbruch bei medizinischen Prothesen: Ärzte der ETH Lausanne wollen einem Amputierten eine bionische Hand verpflanzen, mit der der Patient wieder fühlen soll.

Der Prototyp einer neuen bionischen Hand könnte zum Fingerzeig in die Zukunft medizinischer Prothesen werden: Mit dem an der ETH Lausanne entwickelten künstlichen Gliedmass sollen Amputierte nicht nur den Alltag besser in den Griff bekommen, sondern sogar wieder fühlen können, was sie anfassen.

Die Ärzte wollen den Prototyp in diesem Jahr bei einem Mann aus Rom einsetzen, der seine Hand bei einem Verkehrsunfall verloren hat. Das Gerät wird über Elektroden direkt mit dem Ellennerv und dem Mittelarmnerv verbunden, die normalerweise für die Steuerung verantwortlich sind. Diverse Sensoren - einer in jedem Finger, in der Handfläche und dem Handgelenk – senden Informationen an die beiden Nerven, die gleichzeitig Signale zurückschicken können.

2009 bekam erstmals ein Patient eine künstliche Hand von der ETH Lausanne, die allerdings bloss mit zwei Sensoren bestückt war. Pierpaolo Petruzziello kann mit dem Transplantat Objekte greifen, die Faust ballen und Nadelstiche auf dem Handballen fühlen. Der Nachfolger soll deutlich gefühlsechter und griffiger sein.

«Wir hoffen, dass wir feinere Bewegungen und Kontrolle der Hand sehen werden», sagte Dr. Silvestro Micere laut «Independent» an einer Fachtagung in den USA, wo der medizinische Durchbruch vorgestellt wurde. Nach der Operation werde der Patient einen Monat testen, wie sich die Prothese an das verstümmelte Gliedmass anpasst. Ausserdem stünden noch Fragen nach dem Tragekomfort und der Verkabelung im Raum, durch die künstliche Hand mit den Nerven verbunden sind.

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