Ryan Gardner: Die Kufen auf dem Eis, in Gedanken bei Koleff
Aktualisiert

Ryan GardnerDie Kufen auf dem Eis, in Gedanken bei Koleff

Er freute sich über den Sieg gegen seine frühere Heimat, war mit den Gedanken aber beim verstorbenen Jim Koleff: Ryan Gardners (30) bewegter Einstand in der Schweizer Nationalmannschaft.

von
Sandro Compagno

Ryan Gardner hat die Seiten gewechselt. Nicht zum ersten Mal in seiner Kar­riere: Von Ambri ging er 2001 zum Kantonsrivalen Lugano. Von dort wechselte er 2007 zum Erz­rivalen ZSC Lions. Emo­tional ist das fast so weit wie ein Wechsel von Kanada in die Schweiz.

Fürs Team Canada spielte der 30-Jährige in den letzten Jahren häufig –

am Spengler-Cup oder an Testspielen. «Zwischen 20- und 24-mal» habe er für die Ahornblätter gespielt, sagt Ryan Gardner, «genau weiss ich es nicht». Es soll auch keine Rolle mehr spielen. Seit Sommer ist Gardner im Besitz eines Schweizer Passes und wurde von ­Ralph Krueger sofort in die Nati aufgeboten: «Die WM-Teilnahme ist mein Ziel.» Krueger weiss, was er an Gardner hat: Der 1,96-m-Hüne hat eine Reichweite, die ihresgleichen sucht. «Er ist mit ­seiner Grösse fast nicht zu decken, kann aus jeder ­Situation ein Tor machen», sagt Lugano-Stürmer Thierry Paterlini, «kurz: ein Riesengewinn im Sinne des Wortes.»

Der 4:2-Sieg gegen eine grossmehrheitlich aus NLA-Söldnern bestehende kanadische Auswahl war das achte Spiel innert 14 Tagen für den ZSC-Star: «Natürlich fühle ich mich etwas müde. Andererseits macht Spielen viel mehr Spass als Trainieren.»

Gardners Nati-Debüt war eine emotionale Achterbahnfahrt: «Während den Hymnen musste ich an den kürzlich verstorbenen Jim Koleff denken. Ich kannte ihn gut, sein Tod geht mir sehr nahe.»

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